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Boule-Kugeln Tagebuch

Retro für Einsteiger: „Boule Noire COU“

Auf der Website von Obut taucht eine neue Boule-Kugel auf: Die „Boule Noire COU“ (COU). In Frankreich kostet sie 95 Euro und ist als Turnier-Kugel von der FIPJP zugelassen. Damit richtet sie sich an Spieler, die mehr wollen als eine Freizeit-Kugel, aber noch nicht in die Oberklasse investieren möchten.

Spannend ist vor allem die Geschichte hinter dem Namen. Die COU ist keine neue Erfindung von Obut. Ursprünglich stammt sie von La Boule Noire, einer französischen Marke von 1967. 

Entwickelt wurde die COU-Serie von Édouard Couloubrier in Toulon. Der Name „COU“ geht auf seinen Namen zurück. Schon damals setzte man auf Kugeln aus Karbon-Stahl, und die COU-Serie gehörte zu den bekanntesten Kugeln für ambitionierte Spieler.

1985 übernahm Obut die Marke La Boule Noire. Produktion und Organisation wurden nach Saint-Bonnet-le-Château verlagert, das Zentrum der Petanque-Industrie.

Was früher handwerklich geprägt war, läuft inzwischen automatisiert: CNC-gesteuerte Maschinen, automatische Kontrollen und Roboter sorgen für gleichmäßige Kugeln in großer Stückzahl. Von der alten Marke Boule Noire ist nur noch die halbweiche Karbonstahl-Kugel CX Cou für 220 Euro im Programm von Obut.

Die neue „Boule Noire COU“ liegt mit ihrem Preis ungefähr bei der „Obut Match“, dem Millionen-Bestseller. Der wichtigste Unterschied ist wohl die Härte des Stahls: 120 bei der Match, 140 bei der COU.

Warum so günstig?

  • Erstens: Die COU lässt sich einfacher herstellen als die Premium-Modelle. Klassische Form, keine aufwendige Highend-Abstimmung
  • Zweitens: Die COU gibt es nur in zwei Varianten: 72 mm mit 680 g oder 74 mm mit 690 g
  • Drittens: Obut setzt auf Stahl mit Härte 140. Solche Kugeln sind langlebig und verschleißen weniger als weiche Schießer-Kugeln.

Wunder sollte man nicht erwarten, aber darum geht es auch nicht. Die „Boule Noire COU“ will keine Luxus-Kugel sein, eher die Alternative zur „Obut Match“: Eine ehrliche Boule-Kugel mit etwas Geschichte, solider Technik und fairem Preis.

Foto (1): Obut

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Boule-Kugeln Tagebuch

Im Test: „La Continental“ von Boulenciel

Zu Weihnachten meinte es meine Frau gut mit mir: Unterm Tannenbaum liegt ein Karton mit der „La Continental“ von Boulenciel. Also habe ich jetzt auch eine, denn der italienische Hersteller hat sich in den letzten Jahren vom Exoten zur festen Größe auf unseren Boule-Plätzen entwickelt.

Boulenciel ist eine Marke von „Data F“, gegründet 1952 von Ferdinando Data in Pinasca bei Turin. Das Unternehmen hat sich auf Feinmechanik für die Luftfahrt spezialisiert, die Produktion von Boule-Kugeln entstammt dem Hobby des Gründers.

Erster Eindruck: So geht italienische Eleganz. Minimales Design, präzise Verarbeitung und ein eigener Stil. Als Karbon-Kugeln tragen sie einen schwarzen Schutz-Lack, der sich mit der Zeit abspielt. Boulenciel behauptet aber, dass die Beschichtung besonders langlebig ist. 

Das Auffällige: Neben den vorgeschriebenen Angaben sind die Initialen des Firmengründers Ferdinando Data in einer stilisierten Jugendstil-Schrift eingraviert.

Ein Aufkleber auf dem Karton beschreibt die Daten der Kugel: Durchmesser, Gewicht, Modell, Code-Nummer und die Angabe der Kugel-Härte mit „1/2 T“. Das „T“ müsste für „Tendre“ stehen, also ist diese Kugel halb-weich für den Schießer und Milieu.

Die „La Continental“ kommt ohne Riffelung aus. Andere Modelle von Boulenciel haben lebhafte Muster und Gravuren oder farbige Punkte aus Kautschuk, anfangs gegen den Widerstand der Petanque-Verbände. Auch langjährige Petanque-Puristen werten diese Modelle noch als „Damen-Kugeln“.

Das Sortiment bewegt sich überwiegend im oberen Preis-Segment – auch, weil viele Varianten aus Durchmesser und Gewicht angeboten werden. Die „La  Continental“ ist etwas günstiger, da es sie nur in einer reduzierten Auswahl gibt.

Der größte Unterschied für mich: Ich habe bisher mit einem Durchmesser von 73 mm gespielt, die neue misst nur 72 mm. Das verändert das Gefühl in der Hand  – die Kugel greift sich kompakter, die Haptik des Stahls passt mega.

Die größte Überraschung kommt auf dem Boule-Platz: Ich lege  präziser, und beim Schießen treffe ich konstanter. 

Macht nur 1 mm Durchmesser wirklich so einen riesigen Unterschied? Der Umfang einer Boule-Kugel wird jedoch mit der Zahl Pi (3,14) berechnet. Also bedeutet die Differenz zwischen 72 mm und 73 mm Durchmesser rund 3,14 mm mehr Umfang.

Und jetzt meine Mitspieler:

  • „Da ist GPS drin!“, witzeln einige
  • „Die schwarze Bombe!“, jammern andere nach einem satten Carreau
  • „Du wirst sie lieben“, verspricht mir eine Boule-Freundin aus Österreich.

So ist es gekommen.

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Boule-Kugeln

Neu von Boulenciel: „La Continental“

Heute erhielt ich eine Mail von Bouli, dass Boulenciel eine neue Boule-Kugel bringt: „La Continental“. Es handelt sich um eine Karbonkugel mit der Härte 125, damit ist sie eher hart und vor allem für Leger geeignet. 

Angeboten wird sie mit einem Durchmesser von 72 bis 74 mm und einem Gewicht von 680 g und 690 g. Laut Hersteller ist die schwarze Beschichtung äußerst haltbar, dadurch spielt sich die „La Continental“ nicht so schnell ab wie der Schutzlack anderer Karbonkugeln.

Mit 145 Euro ist „La Continental“ die wohl preisgünstigste Kugel von Boulenciel. Andere Modelle des Herstellers kosten mehr als 300 Euro. Der Preis der „La Continental“ lässt sich durch den Verzicht auf seltene Durchmesser und Gewichte, also weniger Varianten, günstiger kalkulieren als für ein volles Sortiment.

Viel Tradition

Unter den Kugeln für Boule und Petanque ist die italienische Marke Boulenciel der wohl größte Aufsteiger der vergangenen Jahre. Diese Kugeln sind immer häufiger auf unseren Boule-Plätzen zu sehen. Auffällig sind die unterschiedlichen Muster, mit denen sich Kugeln schnell identifizieren und finden lassen.

Bei puristischen Petanque-Spielern konnte sich das markante Aussehen der Boulenciels nicht durchsetzen, die bevorzugen nach wie vor „Riffelung 0“ ohne jegliches Muster. Bei einigen Hardcore-Spielern gilt Boulenciel sogar schon als Damen-Kugel.

Die neue „La Continental“ trägt einen traditionellen Namen. Er stammt aus den ersten Jahren des italienischen Herstellers DATA F, der 1953 die ersten Bronzekugeln der Marke „La Continental“ anbot. DATA F wurde 1952 von Ferdinando Data gegründet und hat seinen Sitz in Pinasca im Großraum Turin am Fuß der Alpen. Die neue Boule-Kugel trägt deshalb eine Gravur mit den Inititalen „FD“ für den Gründer.

DATA F sich auf Feinmechanik und Baugruppen für die Luftfahrt spezialisiert. 1953 werden die ersten Metallkugeln produziert, 2008 startet das „Projekt Boulenciel“ mit Prototypen für farbige Boule-Kugeln, die 2012 zum Boule Lyonaise zugelassen werden. 2014 beginnt die Produktion herkömmlicher Petanque-Kugeln, und 2017 werden auch die farbigen Modelle zum Wettkampf zugelassen.

Die Pétanque-Kugeln von Boulenciel entstehen auf den gleichen CNC-Maschinen wie die hochpräzisen Baugruppen von DATA F für die Luftfahrt. Die beiden Halbschalen einer Kugel werden verschweißt und außen geschliffen, um eine Maßgenauigkeit von weniger als 0,02 mm zu erreichen. Laut Hersteller sind die Boule-Kugeln von Boulenciel die am besten ausbalancierten Boule-Kugeln der Welt. 

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Boule spielen Boule-Kugeln Training

Auch drinnen geht’s

Im Winter fallen Boule-Spiel und Petanque-Training oft aus. Es sei denn, ihr findet eine Halle, die groß und hoch genug ist. Im Vorteil sind ganz klar die Boule-Abteilungen großer Sportvereine. Mit etwas Glück kriegen sie einen Time-Slot in der Vereinshalle, die sonst für andere Sportarten genutzt wird.

Eine Sporthalle darf oft nur in Schuhen mit weißer, abriebfester Sohle betreten werden, aber die dürfte jeder schon in Schrank stehen haben. Kaufen muss man jedoch die Indoor-Kugeln für Boule und Petanque. Ihre weiche Außenhaut kann Böden aus Parkett oder Fliesen nicht beschädigen. Indoor-Kugeln können sogar draußen auf weichem Boden wie Strand oder Rasen gespielt werden. 

Meistens kriegt man zwei Sätze aus 3 Kugeln, sie kosten um die 100 Euro. Das klingt recht happig für etwas Kunststoff. Doch die Hersteller müssen schon etwas leisten, damit sie brauchbare Indoor-Kugeln fertig kriegen. Boule Bleue aus der Nähe von Marseille hat die Produktion von Indoor-Kugeln sogar schon eingestellt, nachdem man nicht zu marktfähigen Preisen produzieren konnte.

Aber nicht alle Indoor-Kugeln sind so teuer, im Web kann man deutlich günstigere Kugeln bestellen. Mit einer Sammelbestellung lassen sich die Versandkosten auf mehrere Käufer umlegen, das kommt günstiger. Doch vor den Schnäppchen sei gewarnt! Nach wenigen Würfen laufen die Kugeln nicht mehr gerade, sie eiern nur noch über den Boden. Das kann auch mit hochwertigen Indoor-Kugeln passieren, doch die muss man nur durchkneten, damit sie wieder die runde Form erhalten.

Die meisten Indoor-Kugeln haben einen Durchmesser und ein Gewicht von Stahlkugeln, sie greifen sich aber viel weicher. Sehr lustig auch das Geräusch, mit dem eine gespielte Kugel auf den Hallen-Boden klatscht. Das Rollverhalten ist aber ganz anders. Spiegelglatter Holzboden spielt sich ganz anders als der gewohnte Boule-Platz mit Schotter oder Kies. Vor allem laufen die Kugel und Zielkugeln endlos weit, sodass man den Wurfstil komplett umstellen sollte.

Für eine große Überraschung sorgen auch die Zielkugeln. Wie von Zauberhand gezogen, rollen sie ohne Grund mehrere Zentimeter oder gar Meter weit, einige ziehen sogar einen oder mehrere Kreise. Wenn sich ein Team über zwei, drei Punktkugeln freut, kann die Zielkugel im nächsten Moment zu den Kugeln des Gegners wandern.

Kurz: Boule und Petanque in der Halle ist nur eine Notlösung. Die tolle Spannung, die beim Spiel oder Turnier mit Stahlkugeln im Freien aufkommt, ist in einer Halle nicht zu erwarten. Aber jeder Winter hat ein Ende.

Zusammenfassung:

  • Beim Kauf von Indoor-Kugeln nicht knausern! Minderwertige Kugeln verlieren schnell ihre Form
  • An das andere Rollverhalten gewöhnen und die Wurftechnik umstellen
  • Mit unkontrollierbaren Bewegungen der Zielkugel rechnen, als wäre sie elektrisch aufgeladen

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Boule-Kugeln Zubehör

Was gibt’s, was gab’s?

Der neue Katalog von Bouli ist angekommen, Ausgabe Nr. 14 von 2023. Wie gewohnt im praktischen Format A5, 64 Seiten, Auflage 2.500 Exemplare. Damit ist Bouli der einzige Fachhändler, der seinen Kunden so ein umfassendes Info-Paket bietet.

Auf 2,5 Seiten werden die Boule-Kugeln von Boulenciel präsentiert, die auf unseren Plätzen immer häufiger zu sehen sind. Aber Spaß kostet. Von dem italienischen Hersteller ist kein Modell für weniger als 200 Euro zu kriegen. Die Boulenciel Iris für 310 Euro wird im Preis nur noch von der Obut ATX mit 319 Euro übertroffen.

Sehr praktisch die Infoseiten über die aktuellen Petanque-Regeln, die Auswahl der richtigen Boule-Kugel, Merkmale einer Turnierkugel und die wichtigsten Hersteller, dazu vier Seiten mit Bekleidung. Gerade für Einsteiger eine Sammlung wertvoller und nützlicher Ratschläge.

Der neue Katalog ist kostenlos, man kann ihn unter info@bouli.de anfordern.

 Ein Rückblick

Ich habe meinen ersten Katalog von Bouli herausgekramt, es ist die Ausgabe 9 von 2018. Schon damals erschien das Werk im A5-Format, aber noch mit 72 Seiten, davon vier Blanko-Seiten für eigene Notizen.

Im Vorwort heißt es: „Die Kugelhersteller haben einige Modelle vom Markt genommen“ –  einige Marken sind auch ganz verschwunden, darunter La Boule Integrale. Die letzte Kugel war die As de Carreau aus Messing, Härte 110 und im Holzkoffer für 249 Euro. Wurde die nicht die „Klingelkugel“ genannt, weil sie beim Rollen so seltsam schepperte?

Für Integrale kam Boulenciel. Zwei Marken, die damals und heute bei Bouli nicht zu finden sind: La Franc aus Thailand und Unibloc aus Italien mit seinen sehr hochwertigen Boule-Kugeln aus Messing.

Auch 2018 bot der Bouli-Katalog einen wertvollen Info-Teil, damals noch mit den DPV-Spielregeln von 2010, die 2017 und 2021 aktualisiert wurden. Auf sieben Seiten wurde Bekleidung angeboten, darunter ganz neu die eigene Textil-Kollektion mit Vintage Druck. 

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Boule-Kugeln

Neue Universal-Kugel von Boule Bleue

 Boule Bleue aus Marseille hat eine neue Turnier-Kugel herausgebracht: Die „Super Carbone 125“. Der Name ähnelt der ebenfalls neuen „Superinox“ des Marktführers Obut, aber wichtig ist das nicht.

Laut Hersteller ist die Super Carbone 125 im Innenbereich hart und außen weich. Sie verspricht damit einen soliden Rebound-Effekt, schönen Geradeaus-Lauf und lange Haltbarkeit. Die Kugeln sind aus Karbonstahl und werden mit einer schwarzen Legierung zum Schutz der Oberfläche ausgeliefert, diese spielt sich aber mit der Zeit ab.

Die neue Karbon-Kugel von Boule Bleue ist mit Durchmessern von 71 mm bis 78 mm und 80 mm erhältlich. Beim Gewicht werden 650 g bis 800 g in Schritten von 5 g angeboten. Mit einer von Härte 125 kg/qmm hat sie die mittlere Härte einer Universalkugel für Leger und Mittelspieler.

Boule Bleue empfiehlt die neue Kugel jedoch dem Milieu oder Schießer. Unser Gefühl sagt uns aber, dass Schießer lieber bei einer Härte von 110 oder maximal 115 bleiben. 

Wie gewohnt, sind die neuen Kugeln mit den mehr als 40 Mustern von Boule Bleue erhältlich. Das ist sehr praktisch, wenn man die eigenen Kugeln auf dem Platz schnell von anderen unterscheiden möchte. Fraglich bleibt, ob richtige Schießer darauf Wert legen. Die Vollblut-Schießer, die wir kennen, bevorzugen ungemusterte Kugeln. Aber für sie hat Boule Bleue traditionell die Riffelung „0“ im Angebot.

Die Super Carbone 125 lässt sich mit maximal 15 Zeichen gravieren. Die Lieferzeit beträgt anfangs noch bis 4 Wochen, der Preis beträgt 170 Euro.

Diese Infos haben wir von Bouli erhalten, dem Fachhänder aus dem badischen Ötisheim. Seit Ende 2022 ist Bouli der neue Generalimporteur von Boule Bleue in Deutschland. Zuvor hatte Jürgen Albers aus Darmstadt den Vertrieb inne. Ende 2022 ging „Joppo“ in den Ruhestand, und Bouli übernahm von ihm den Warenbestand sowie die Homepage www.boule.de.

Weitere Infos: www.bouli.de

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Boule-Kugeln

Die Hersteller unserer Boule-Kugeln

Viele Boule-Spieler steigen mit preisgünstigen Freizeitkugeln ein, irgendwann aber muss ein höherwertiger Kugelsatz her, der auch für Turniere zugelassen ist. Diese Boule-Kugeln unterscheiden sich in Art und Härte des Stahls, Riffelung oder Musterung.

Mit einem Marktanteil von 80 % ist Obut der größte Hersteller von Turnierkugeln weltweit. Das Unternehmen aus St-Bonnet-le-Château an der Loire ist auch durch Übernahmen so groß geworden, darunter Okaro oder JB Petanque. Nur: Bei Obut gibt es nur ganz wenige Riffelungen. Da sehr viele Spieler mit Boule-Kugeln von Obut spielen, sind sie manchmal schwer zu unterscheiden.

Boule-Kugeln von Boule Bleue – erkennbar an den auffälligen Riffelungen

Mit über 40 Riffelungen bietet Boule Bleue ganz unterschiedliche Kugeln an, die sich vom Rest des Feldes deutlich unterscheiden. Das Unternehmen aus der Nähe von Marseille wurde 1903 gegründet und ist damit der älteste Hersteller von Boule-Kugeln der Welt.

Turnierkugeln von MS Petanque

Recht jung hingegen ist MS Petanque von 1995. Das Unternehmen aus Nogent verfügt über besonderes Knowhow in der CNC-Produktion und legt Wert auf die Tatsache, dass alle Kugeln in Frankreich produziert werden. 

Turnierkugeln von La Franc aus Thailand

Aus Thailand stammen die Boule-Kugeln von La Franc, die schon 1962 vom französischen Petanque-Verband zum Wettkampf zugelassen wurden. Unter der Eigenmarke Geologic bietet die französische Sportartikelkette Decathlon auch Boule-Kugeln im mittleren Preissegment an, die aus der Produktion von La Franc stammen. 

Sehr hochwertig kommen die Kugeln von KTK Petanque, erhältlich ab 150 Euro. Die recht auffällig gemusterten Kugeln sind in mehreren Reihen erhältlich und werden durch europäische Top-Spieler beworben.

Aus Italien stammen die Boule-Kugeln von Unibloc und Boulenciel. Sie sind im höheren Preissegment angesiedelt und zum Teil auch aus Messing gefertigt. Eine weitere Marke, die weniger häufig gespielt wird, ist Toro aus Frankreich.

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Boule-Kugeln

Wie viele Kugeln?

Boule-Kugeln hat man nie genug. Oder: Drei Kugeln reichen fürs Leben. Wer hat nun recht? Wir haben uns unter Boule-Spielern umgehört, wie sie es halten.

Olaf, 45: „Drei Kugeln, fertig. Nur Durchmesser und Gewicht müssen stimmen, alles andere ist egal.“ 

Karola, 55: „Ein Satz in Inox, einer in Carbon. Mit der Inox spiele ich bei jedem Wetter, vor allem nach einem Regen oder wenn’s feucht wird. Die können nicht rosten und sind schnell gereinigt. Die Carbon bleibt zuhause, sobald das Risiko besteht, dass sie rosten. Sie lagern auch nicht im Auto oder Keller, sondern in einem trockenen Zimmer.“

Hubsi, 28: „Ich bin Schießer, bei mir muss es knallen. Meine Kugeln halten nicht besonders lange, denen sieht man den Stress schon bald an. Pro Jahr gönne ich mir einen Satz ganz weiche Kugeln, am besten 110. Wenn die durch sind, kommen die nächsten. Dass ich die alten Kugeln verkaufe oder verschenke, lohnt sich nicht mehr.“

Jörg „Zampano“, 64: „Ich weiß, dass Boule-Kugeln nicht ins Museum gehören. Trotzdem gönne ich mir gelegentlich ein paar neue Modelle, zuletzt einen italienischen Satz aus Messing. Ich habe auch noch einen Nachbau der genagelten Boule-Kugeln aus der Zeit, als es noch keine aus Stahl gab. Oder die historischen Kugeln von Jean Blanc, dem Marktführer vor Obut. Kugeln von Obut besitze ich sowieso, einige noch ohne die Ellipse im Logo. Oder eine Ton’r aus der Zeit, als die Firma noch nicht zu Obut gehörte. Neue Kugeln kaufe ich nicht nur selbst, sondern meine Frau. Dazu kennt sie meine genauen Daten: 74-700-120 (Anm: Durchmesser, Gewicht, Stahl). Ich lasse mich gerne überraschen – kriege ich zu Weihnachten oder zum Geburtstag wieder neue Boule-Kugeln?“

Katja, 56: „Ich kann mit Begriffen wie Stahlhärte oder Schießerkugel nichts anfangen. Ich spiele mit der Obut Match, der Evergreen aller Boule-Kugeln. Vielleicht kaufe ich neue Kugeln, wenn man die Gravuren der alten nicht mehr lesen kann. Aber das dauert bestimmt noch eine Weile.“

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Anfänger Boule-Kugeln

Mal etwas über Freizeitkugeln

Unter allen verkauften Boule-Kugeln sind sie ganz vorn: Preisgünstige Boule-Kugeln für gelegentliche Spiele. Bei diesen Freizeit-Kugeln kommt es auf den Spaß an, nicht auf Meistertitel und Turniere.

Aber es gibt eine ganz üble Falle! Dazu später mehr.

„One size fits all“

Die günstigsten Boule-Kugeln kosten ab 10 Euro für einen Satz mit drei Kugeln. Wer sie kauft, hat keine Auswahl bei Größe und Gewicht. Alle sind gleich groß und gleich schwer. 

Diese Kugeln haben auch keine Gravur von Hersteller, Gewicht, Modell und Seriennummer, zudem sind sie nicht vom internationalen Verband zu offiziellen Turnieren zugelassen.

Freizeitkugeln bestehen aus Karbonstahl, darüber eine verchromte Kupferschicht. Werden sie sehr lange gespielt, sind sie hellbraun oder fast orange.

Der Grund: Sie stammen aus Fernost und kosten wenig. Für viele nicht dramatisch, denen das fröhliche Spielchen im Park vollkommen ausreicht. Auf was der Besitzer verzichten muss, sind Präzision, Langlebigkeit und passgenaue Maße.

Etwas aus dem Rahmen fällt die Inox Loisir von Obut. Diese Boule-Kugeln werden als Freizeitkugeln angeboten, sind aber aus 100 % Edelstahl in der Gesamtmasse. Erhältlich in mehreren Mustern und langlebig wie Turnierkugeln. Man muss nur damit leben, dass alle nur einen Durchmesser und ein Gewicht haben. Ein weiterer Nachteil: Sie lassen sich nicht mit einem Magneten aufheben, für ältere Spielende ein ganz wichtiger Aspekt.

Achtung, Fehlkauf!

Freizeitkugeln werden in Sets von 6 oder 8 Kugeln angeboten. Acht Kugeln? Turnierkugeln sind nur im Satz von 3 Kugeln erhältlich, das entspricht dem offiziellen Reglement für Spiele mit zwei oder einem Spieler, die drei Kugeln haben müssen.

Kugelsätze mit nur 2 Kugeln pro Muster eignen sich nur fürs Triplette. Im Doublette oder Tete muss man sich mit Kugeln unterschiedlicher Muster behelfen. Für die Mitspieler ist es dann mühsam zu erkennen, welche Kugeln zusammengehören. Natürlich kann man diese Boule-Kugeln mit Edding oder Nagellack markieren, was aber keine elegante Lösung ist.

Also: Unbedingt darauf achten, dass ihr Boule-Kugeln nur im Dreiersatz kauft!

Wenn es bei ein, zwei Spielen im Sommer bleibt, ist alles in Ordnung. Wer aber feststellt, dass er öfter und ehrgeiziger Boule spielen möchte, wechselt eines Tages zu den höherpreisigen Turnierkugeln.

Dafür darf man eine individuelle Kugel erwarten. Klar, denn auf dem Boule-Platz geht der Zweimeter-Mann genauso an den Start wie zierliche Frauen mit 1,60 m. Die Hände sind unterschiedlich groß, also sollte auch die Boule-Kugel dazu passen.

Große und kleine Spielende erwarten auch ein unterschiedliches Gewicht, um die Kugel auf den richtigen Bogen zu kriegen. Die Markenhersteller sind also zu einer variantenreichen Produktion gezwungen, die teurer ist als die Herstellung von nur einer Variante.

Aber was macht denn nun den Unterschied? Nehmen wir einen guten Petanque-Spieler, der auf 8 m eine Kugel schießen will. Mit seiner MS oder Obut trifft er acht von zehn Mal, mit einer Freizeitkugel vielleicht nur viermal. Aber so ist es überall. Spaß kostet.

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Boule-Kugeln

Warum nur zwei?

Anfangs wurde Petanque nur als Triplette mit zwei Kugeln gespielt – Die Kugeln waren nur im Doppelpack erhältlich

Bei eBay und auf unseren Boule-Plätzen sieht man gelegentlich Kugeln im Zweier-Satz. Meistens sind diese Kugeln schon recht betagt, zu erkennen an ihren Tragetaschen aus verschlissenem Leder oder an einer Marke, die schon längst vom Markt verschwunden ist. Mit ihnen kann man Triplette spielen, mehr aber nicht.

Aber wieso wurden früher nur zwei Boule-Kugeln als kompletter Satz angeboten? Die Antwort gibt ein US-amerikanischer Blog zum Thema „Alles über Petanque“. Dort ist sinngemäß zu lesen:

In den ersten Jahren des Petanque wurde das Spiel immer nur als Triplette ausgetragen: Zwei Teams mit je drei Spielern und je zwei Kugeln. Noch heute gilt die Triplette als die Königsdisziplin des Petanque. Mit zwei Kugeln war man dabei, also warum mehr kaufen?

1959 gab die 1945 gegründete FIPJP ein neues Regelwerk heraus, das auch die Variante des Doublette mit zwei Spielern und je drei Kugeln im Turnier zuließ. 

Mit der offiziellen Zulassung wurde die Doublette schnell populär, denn vier Spieler finden sich schneller zusammen als sechs. (Zur Not können auch fünf Spieler gegeneinander antreten, und zwar ein Zweier-Team mit je 3 Kugeln gegen ein Dreier-Team mit je 2 Kugeln.)

Sehr wechselhaft waren auch die Regeln für das Einzelspiel, das Tete-a-Tete.

  • 1959: Die offiziellen Petanque-Regeln schreiben vor, dass ein Tete mit vier Kugeln gespielt werden muss
  • 1972: Zum Tete darf darf man wahlweise 3 oder 4 Kugeln verwenden
  • 1980: Tete ist nur noch mit 3 Kugeln erlaubt

Die frühen Doublette- und Tete-Spiele hatten nur einen Haken: Man benötigte drei oder vier Kugeln statt wie bisher nur zwei. Damit sich die Spieler nicht mit gemischten Kugelsätzen behelfen mussten, stellten die Hersteller der Boule-Kugeln auf Dreiersätze um. Dadurch ging die Nachfrage nach 2er-Kugelsätzen stetig zurück, und Marktführer Obut stellte im Jahr 2012 den Verkauf von Wettkampfkugeln in Zweiersätzen endgültig ein.

Quelle: https://petanque.wordpress.com/2022/07/15/two-boules-in-a-leather-carrier-why/

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