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Anfänger Boule spielen Tagebuch Training

Was bringt dir ein Boule-Verein?

Heute spielten wir wieder im Hofgarten in München. Die übliche Crowd war da: Erlesene Vereins-Spieler, die würdevoll unter sich bleiben, lockere Runden und eine Durchreise-Gruppe aus der Schweiz. 

Und dann diese Spieler mit den nagelneuen Chrom-Kugeln. Ausgeworfen wird ohne Kreis, ein Strich im Schotter muss genügen. Entfernung 15 bis 20 m. Der Spieler im „Kreis“ wird gut gelaunt angesprochen. Eine zu kurze Sau wird von irgendwem nach vorne gekickt.

Spielkultur geht anders, aber die muss man erst einmal lernen!

Wenn du wirklich Fortschritte machen, die Regeln sicher beherrschen und taktisch wachsen willst, profitierst du enorm vom Umfeld eines Petanque-Vereins. 

Struktur statt „Learning by Doing“

In einer losen Boule-Gruppe entstehen oft Hausregeln oder ungenaue Auslegungen. Man misst mal so, mal so, diskutiert über Aus-Situationen und einigt sich pragmatisch. Das funktioniert für den Spaß, aber es bremst die Entwicklung. 

Im Verein hingegen gilt das offizielle Regelwerk der FIPJP (Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal) und des Deutschen Pétanque Verbands (DPV). Erfahrene Spieler und Übungsleiter erklären dir Feinheiten, und man trainiert unter realistischen Bedingungen.

Im Verein lernst du systematisch, wann eine Aufnahme null gewertet wird, was passiert, wenn nur noch eine Seite Kugeln hat, und wie man den nächsten Wurfkreis korrekt setzt (um den letzten Liegepunkt der Zielkugel). Diese Sicherheit verhindert Diskussionen und gibt Selbstvertrauen im Turnier.

Vokabular

Pétanque hat eine eigene Sprache, die im Verein weitergegeben wird. Beispiele, die in losen Gruppen oft unklar bleiben:

  • Aufnahme, also der Spiel-Abschnitt vom Auswurf der Zielkugel (Schweinchen, Sau, Cochonnet) bis zur Auswertung der Punkte. Sag also nicht: „Runde“ oder „Spielchen“.
  • Leer: Ein Spieler oder eine Mannschaft ist „leer“, wenn keine Kugeln mehr „auf der Hand“ sind. Dann darf die Gegenseite ihre restlichen Kugeln spielen und versuchen, weitere Punkte zu sammeln.
  • „Chez nous“ oder „Bei uns“ bedeutet, dass man während einer Aufnahme den Punkt hält. Klingt besser als das häufige „Hat die?“ und „Hat!“
  • Den Punkt nehmen: Die Mannschaft, deren beste Kugel der Zielkugel am nächsten liegt, verzichtet darauf, weitere Kugeln zu spielen, sobald der Gegner „leer“ ist.
  • Weitere Begriffe wie „auf der Hand“, „drehen“ (Rollenwechsel Leger/Schießer), „kurz/lang/durch“, „Loch“ (Fehlschuss) oder „Fanny“ (13:0) werden im Vereins-Training alltäglich. Das schafft eine gemeinsame Sprache und beschleunigt das Lernen.

Taktik: Wann schießen?

Hier liegt einer der größten Vorteile des Vereins. In der losen Gruppe wird oft nach Gefühl gelegt oder geschossen. Im Verein lernt man, Situationen systematisch zu analysieren. 

Weitere taktische Elemente, die im Verein vermittelt werden: Wahl der Zielkugel-Distanz und -Position, Lesen des Bodens, Rollen-Verteilung (Pointeur vorne, Tireur hinten, Milieu in der Mitte), und das Anpassen an den Spielstand (aggressiv bei Rückstand, kontrolliert bei Führung). 

Weitere Vorteile

Turnier- und Liga-Betrieb: Mit einer Mitgliedschaft im Verein und Lizenz öffnen sich offizielle Wettbewerbe, Ranglisten und der Ligabetrieb. Das motiviert und zeigt, wo man steht.

Langfristige Entwicklung: Du lernst nicht nur Regeln und Taktik, sondern auch Spiel-Kultur, Fairness und den Umgang mit Druck. Das „10 Jahre bis zum guten Spieler“-Sprichwort wird im Verein realistischer.

Natürlich hat die lose Boule-Gruppe ihren Charme: Totale Freiheit, keine Verpflichtungen, reiner Spaß. Für den Einstieg ideal. Wer aber sich verbessern und die volle Faszination von Pétanque erleben will – diese Mischung aus Technik, Taktik und Gemeinschaft – ist im Verein deutlich besser aufgehoben.

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Anfänger Tagebuch

Begriffe, die nur Boule-Spieler kennen

Boule oder Pétanque ist schnell gelernt – und doch haben die Spieler ganze eigene Ausdrücke. Wer zum ersten Mal auf dem Platz steht, hört einiges, was zunächst rätselhaft klingt. Darunter auch diese zentralen Begriffe.

Aufnahme

Eine Aufnahme ist der Spiel-Abschnitt vom Auswurf der Zielkugel (Schweinchen, Sau, Cochonnet) bis zur Auswertung der Punkte. Eine Partie besteht aus mehreren Aufnahmen, mal nur ein Punkt, maximal aber 6 Punkte, bis eine Mannschaft 13 Punkte erreicht. Wenn Einsteiger den Begriff nicht kennen, sagen sie häufig „Runde“ oder „Spielchen“, aber sie meinen eine Aufnahme.

Drehen

Im Team gibt es klassische Rollen: Der Leger (Pointeur) spielt seine Kugeln möglichst nah ans Schweinchen, und der Schießer (Tireur) ballert gegnerische Kugeln weg. Dazwischen spielt im Triplette der Milieu (Mittel-Spieler), der beides können sollte. „Drehen“ bedeutet, dass diese Rollen während einer Aufnahme gewechselt werden. Nicht zu verwechseln mit „Tauschen“ oder „Wechseln“.

Fanny

Die schlimmste Niederlage ist 0:13, genannt eine „Fanny“. Die Legende erzählt von einer französischen Kellnerin namens Fanny, der solche Verlierer früher ihren Hintern küssen mussten. Waren wohl etwas frivol, die alten Franzosen, doch der Begriff hat sich bis heute gehalten.

Leer

„Ich bin leer“ oder „Die sind leer“ heißt: Eine Mannschaft oder ein Spieler hat keine Kugeln mehr. Dann darf die andere Seite ihre restlichen Kugeln ungestört spielen und Punkte sammeln. Wer leer ist, steht unter Druck – und hofft, dass der Gegner nicht zu viele Punkte macht.

Triplette – Doublette – Tete-a-tete

Im Boule oder Petanque spielen zwei Mannschaften gegeneinander. Folgende Paarungen sind üblich:

  • Triplette: 3 Spieler gegen 3 Spieler, jede/r hat 2. Kugeln
  • Doublette: 2 Spieler gegen 2 Spieler, jede/r hat 3 Kugeln
  • Tête-à-tête: 1 Spieler gegen 1 Spieler, jede/r hat 3 Kugeln

Nicht im Reglement vorgesehen, aber gängig ist das Spiel 3 gegen 2 Spieler. Im Team mit 2 Spielern hat jede/r 3 Kugeln, im Team mit 3 Spielern hat jede/r 2 Kugeln. Diese Variante hat unterschiedliche Namen, z.B. „ein Kaputter“, weil die klassische Triplette nicht erreicht wird.

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Anfänger Boule spielen Boule-Regeln Lifestyle

Spielst du Boule oder Petanque? 

Wann immer du auf den Platz gehst, stellst du die Unterschiede zwischen Boule und Petanque fest.

Die Kugeln

  • Boule-Anfänger greifen meist zu günstigen, blitzenden Freizeit-Kugeln. Sie sind für den Einstieg gedacht, aber unpräzise zu spielen
  • Petanque-Spielende müssen im Turnier genormte Wettkampf-Kugeln einsetzen: Aus Stahl, exakt ausbalanciert und im Durchmesser und Gewicht genau passend. Ihr Preis entspricht der Qualität

Die Regeln

  • Beim Boule in Park oder Garten wird gern ein Auge zugedrückt: Fuß auf der Linie? Egal. Zwei Zentimeter Unterschied? Passt schon. Dass es ein offizielles Petanque-Reglement gibt, echt?
  • Im Pétanque zählt jedes Detail: Distanzen, ungültige Kugeln, Messung mit Maßband oder Tirette. Der offizielle Regel-Katalog ist bekannt, aber alle 35 Artikel

Spaß oder Strategie

  • Boule-Spielende wollen Spaß: Sich bewegen, plaudern, vielleicht etwas trinken – die Lebensfreude steht im Vordergrund
  • Im sportlichen Pétanque geht es um Taktik: Gegner blockieren, Kugeln rausschießen, Positionen berechnen – jede Kugel ist wie ein Zug im Schach

Das Spielfeld

  • Im Boule spielt man auf die Distanz, wo die Zielkugel gerade liegt. 6 bis 10 m? Nie gehört!
  • Beim Petanque hält man sich ans offizielle Reglement: Carree oder Terrain Libre. Die Entfernungen zu Hindernissen, anderen Wurfkreisen oder der Kopflinie werden eingehalten.

Die Lautstärke

  • Beim Boule geht’s entspannt und fröhlich zu. Man jubelt, klatscht, gibt gut gelaunte Kommentare
  • Im Pétanque-Wettkampf herrscht Spannung: Stille beim Wurf, volle Konzentration – und Respekt vor dem Spiel

Die Mannschaft

  • Beim Boule spielt jeder alles, die Reihenfolge ist egal
  • Petanque hat die Positionen Leger (Pointeur), Schießer (Tireur) und Mittel-Spieler (Milieu). Sie werden vor dem Spiel vergeben und eingehalten

Hinten oder vorn

  • Boule-Anfänger stehen neben und hinter dem Wurfkreis, unterhalten sich angeregt und reden auch Spielende im Kreis an
  • Beim Petanque stehen die Spielenden vorne auf Höhe der Zielkugel, dort können sie ungestört über das Spiel diskutieren

Ungültige Zielkugel

  • Wenn Boule-Anfänger die Zielkugel zu lang oder kurz (6 bis 10 m) anwerfen, kickt sie irgendein Spielender in eine gültige Position.  
  • Im Petanque übergibt die Mannschaft, die die Zielkugel falsch ausgeworfen hat, diese an den Gegner, der sie an eine gültige Position legt

Beim Messen

  • Wird beim Boule gemessen, rennen alle ins Spielfeld, möglichst nahe zur Zielkugel, um das Ergebnis mitzukriegen
  • Beim Petanque hält man Abstand zur Messung, nach dem offiziellen Reglement sogar 2 m zum messenden Schiri

Etikette

  • Wenn der Boule-Gegner eine Aktion vergeigt, bedankt man sich amüsiert, wortreich und mit Jubel für den Punkt
  • Petanque-Spielende zeigen sich unbeeindruckt, wenn ihnen der Gegner einen Punkt beschert.

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Anfänger Boule spielen

Für Einsteiger

Willkommen beim Boule!

Was du brauchst

  • 3 Metall-Kugeln pro Spieler (600 bis 800 g, Durchmesser 7 bis 8 cm), Kugel-Sets: Freizeit ab 15 €, Turnier ab 80 €
  • 1 Zielkugel („Schweinchen“) aus Holz oder Kunststoff
  • 1 Maßband

Ziel des Spiels

Wer seine Kugeln näher an die Zielkugel wirft als der Gegner, sammelt Punkte.

Spielerzahl

  • 1 gegen 1: je 3 Kugeln
  • 2 gegen 2: je 3 Kugeln
  • 3 gegen 3: je 2 Kugeln

Spielbeginn

  • Mit Münzwurf auslosen, wer beginnt
  • Wurfkreis (35 cm bis 50 cm) auf dem Boden ziehen
  • Zielkugel 6 m bis 10 m weit anwerfen

Spielverlauf

  • Das Team, dessen Kugel weiter zur Zielkugel liegt, muss eine Kugel spielen
  • Beide Teams werfen, bis alle Kugeln gespielt sind

Punkte-Wertung

  • Nur das bessere Team bekommt Punkte
  • Punkte für jede Kugel, die näher an der Zielkugel liegt als die beste gegnerische
  • Gespielt wird bis 13 Punkte

Der Autor dieser Website war Dozent eines VHS-Kurses „Boule für Einsteiger“. Für die Teilnehmenden verfasste er dieses Handout.

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Anfänger Deutscher Petanque-Verband Training

Viele Erfolge beim Boule-Sportabzeichen

Fast 800 Petanque-Spieler haben bundesweit die Prüfung zum Boule-Sportabzeichen (BSA) bestanden, indem sie je 3 Lege- und Schießübungen erfolgreich absolvierten. Besonders aktiv waren die Vereine und Prüfer aus NRW.

Was das BSA den Prüflingen bietet

  • Du kannst deine Spielstärke einordnen
  • Du trainierst mit deinen Freunden, um die Prüfung zu bestehen
  • Du brauchst zur Prüfung keine Lizenz eines Petanque-Vereines
  • Dein BSA wird im Rahmen des Deutschen Sportabzeichens anerkannt
  • Dein Petanque-Verein kann damit sein sportliches Angebot aufwerten

Die Erfolge aus 2022

Im Juli 2020 führte der Deutsche Petanque Verband (DPV) das Boule-Sportabzeichen (BSA) ein. Ende Januar 2023 konnte die Arbeitsgruppe Sportabzeichen (AG BSA) im DPV die Ergebnisse der ersten 3 Jahre präsentieren.

2022 bestanden 357 Spielende bundesweit die Prüfung zum BSA, davon erhielten 70 das Abzeichen in Gold, 145 in Silber und 142 in Bronze. Die Prüfungen fanden in 35 Vereinen und durch die AG BSA statt. Der jüngste Prüfling war 10 Jahre alt, der älteste 88, beide schafften das BSA in Bronze. Zu den erfolgreichen Spielern von 2022 gehörten auch 50 Wiederholer.

Die Vereine mit den meisten Prüfungen in 2022 waren

  • BF Waiblingen (BaWü)
  • PC de Cologne (NRW)
  • BF Füssen (Bay)

Ingesamt waren 43 von insgesamt 129 Prüfern im Einsatz, mit 50 Prüfungen führte Regina Dreischer-Fingerle (NRW) die Liste der Prüfer an.

Die ersten drei Jahre

Seit Juli 2020 nahmen 49 Vereine und 129 Prüfer insgesamt 795 BSA-Prüfungen ab, darin enthalten sind 153 Abnahmen durch die AG BSA bei verschiedenen Veranstaltungen.

Die Petanque-Vereine mit den meisten Abnahmen des BSA von 2020 bis 2022 waren

  • BC Buer (NRW, 50 Abnahmen)
  • boule devant berlin (BER, 37)
  • TC Vorster Wald (NRW, 32)

Bundesweit stammten die meisten Prüfer aus diesen Landesverbänden:

  • BPV NRW: 40
  • NPV Niedersachsen, einschl. Bremen: 24
  • BBPV Baden-Württemberg: 22

Verliehen wurde das BSA von 2020 bis 2022 

  • 300x in Bronze
  • 296x in Silber
  • 199x in Gold

Die höchste Punktzahl erreichte Nationalspieler Matthias Laukart mit 101 von 126 Punkten am 18. September 2020 in Fürth.

Die meisten Boule Sportabzeichen wurden in diesen Bundesländern bzw. Landesverbänden abgelegt:

  • Nordrhein-Westfalen: 365
  • Baden-Württemberg: 98
  • Niedersachsen: 93

Die Anforderungen des BSA werden vom Petanque-Leistungs-Abzeichen noch übertroffen. Es setzt je 4 bestandene Lege- und 4 Schießprüfungen in schwierigen Situationen voraus. Sobald der DPV die ersten Ergebnisse veröffentlicht, sind sie hier zu lesen.

Weitere Infos:

BSA 800 mal Spaß und Können

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Anfänger Boule-Kugeln

Mal etwas über Freizeitkugeln

Unter allen verkauften Boule-Kugeln sind sie ganz vorn: Preisgünstige Boule-Kugeln für gelegentliche Spiele. Bei diesen Freizeit-Kugeln kommt es auf den Spaß an, nicht auf Meistertitel und Turniere.

Aber es gibt eine ganz üble Falle! Dazu später mehr.

„One size fits all“

Die günstigsten Boule-Kugeln kosten ab 10 Euro für einen Satz mit drei Kugeln. Wer sie kauft, hat keine Auswahl bei Größe und Gewicht. Alle sind gleich groß und gleich schwer. 

Diese Kugeln haben auch keine Gravur von Hersteller, Gewicht, Modell und Seriennummer, zudem sind sie nicht vom internationalen Verband zu offiziellen Turnieren zugelassen.

Freizeitkugeln bestehen aus Karbonstahl, darüber eine verchromte Kupferschicht. Werden sie sehr lange gespielt, sind sie hellbraun oder fast orange.

Der Grund: Sie stammen aus Fernost und kosten wenig. Für viele nicht dramatisch, denen das fröhliche Spielchen im Park vollkommen ausreicht. Auf was der Besitzer verzichten muss, sind Präzision, Langlebigkeit und passgenaue Maße.

Etwas aus dem Rahmen fällt die Inox Loisir von Obut. Diese Boule-Kugeln werden als Freizeitkugeln angeboten, sind aber aus 100 % Edelstahl in der Gesamtmasse. Erhältlich in mehreren Mustern und langlebig wie Turnierkugeln. Man muss nur damit leben, dass alle nur einen Durchmesser und ein Gewicht haben. Ein weiterer Nachteil: Sie lassen sich nicht mit einem Magneten aufheben, für ältere Spielende ein ganz wichtiger Aspekt.

Achtung, Fehlkauf!

Freizeitkugeln werden in Sets von 6 oder 8 Kugeln angeboten. Acht Kugeln? Turnierkugeln sind nur im Satz von 3 Kugeln erhältlich, das entspricht dem offiziellen Reglement für Spiele mit zwei oder einem Spieler, die drei Kugeln haben müssen.

Kugelsätze mit nur 2 Kugeln pro Muster eignen sich nur fürs Triplette. Im Doublette oder Tete muss man sich mit Kugeln unterschiedlicher Muster behelfen. Für die Mitspieler ist es dann mühsam zu erkennen, welche Kugeln zusammengehören. Natürlich kann man diese Boule-Kugeln mit Edding oder Nagellack markieren, was aber keine elegante Lösung ist.

Also: Unbedingt darauf achten, dass ihr Boule-Kugeln nur im Dreiersatz kauft!

Wenn es bei ein, zwei Spielen im Sommer bleibt, ist alles in Ordnung. Wer aber feststellt, dass er öfter und ehrgeiziger Boule spielen möchte, wechselt eines Tages zu den höherpreisigen Turnierkugeln.

Dafür darf man eine individuelle Kugel erwarten. Klar, denn auf dem Boule-Platz geht der Zweimeter-Mann genauso an den Start wie zierliche Frauen mit 1,60 m. Die Hände sind unterschiedlich groß, also sollte auch die Boule-Kugel dazu passen.

Große und kleine Spielende erwarten auch ein unterschiedliches Gewicht, um die Kugel auf den richtigen Bogen zu kriegen. Die Markenhersteller sind also zu einer variantenreichen Produktion gezwungen, die teurer ist als die Herstellung von nur einer Variante.

Aber was macht denn nun den Unterschied? Nehmen wir einen guten Petanque-Spieler, der auf 8 m eine Kugel schießen will. Mit seiner MS oder Obut trifft er acht von zehn Mal, mit einer Freizeitkugel vielleicht nur viermal. Aber so ist es überall. Spaß kostet.

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Anfänger

Boule-Ausdrücke aus Frankreich

„Allez“ ist eine Aufforderung an den Mitspieler, eine gute Kugel zu legen oder zu schießen

„Arbitre“ bezeichnet den Schiedsrichter eines Spiels

„Au Fer“ ist ein Eisentreffer beim Schießen

„Boulodrome“ ist ein künstlich angelegtes Boule-Spielfeld mit Begrenzungslinien

„Carreau“ bezeichnet einen Schuss, bei dem die Schießkugel nicht weit vom Treffer liegen bleibt

„Cochonnet“ ist die Bezeichnung für die Zielkugel, bei uns auch Schweinchen oder Sau genannt

„Effet“ ist der Rückdrall oder die Kurve einer gespielten Boule-Kugel

„Equipe“ ist eine Mannschaft beim Petanque, bestehend aus zwei oder drei Spielern

„Donnee“ bezeichnet den Auftreffpunkt beim Legen, von dem die Kugel weiter zur Zielkugel rollt

„Doublette“ ist eine Formation aus zwei Petanque-Spielern, jeder hat drei Kugeln

„Formee“ ist ein Turniermodus, zu dem sich die Mannschaften vorher anmelden

„Melee“ ist ein Turniermodus, bei dem die Mannschaften ausgelost werden.

„Milieu“ ist der Mittelspieler einer Triplette, der sowohl legen als auch schießen soll

„Pointeur“ ist der Leger einer Doublette oder Triplette, der „vorne“ spielt

„Portee“ beschreibt den Bogen einer Boule-Kugel, entweder hoch oder halbhoch, im Gegensatz zum Rollern

„Royale“ ist ein Spiel, das 13:12 endet, obwohl das Sieger-Team mit 0:12 im Rückstand lag

„Supermelee“ ist ein Turniermodus, bei dem die Mannschaften vor jeder Runde erneut ausgelost werden

„Sur place“ bezeichnet beim Schießen einen Treffer, bei dem die Kugel an der Stelle der geschossenen liegen bleibt

„Terrain“ bezeichnet den Boden eines Spielgeländes, entweder eben oder mit Gefälle, mit Sand oder Schotter, Wurzeln und Steinen

„Terrain Libre“ ist ein offenes Spielgelände ohne Begrenzungen

„Tirette“ ist ein Messgerät ähnlich dem Zollstock, aber mit einer beweglichen Messzunge

„Tireur“ ist der Schießer einer Doublette oder Triplette, der „hinten“ spielt

„Triplette“ ist eine Formation aus drei Petanque-Spielern, jeder hat zwei Kugeln

 

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Anfänger Boule spielen

Begriffe, die Boule-Spieler kennen sollten

„13 liegt“ kommentiert eine Punktkugel, mit der eine Mannschaft das Spiel beenden kann

„Auf der Hand“ ist die Anzahl der Kugeln, die ein Spieler oder eine Mannschaft noch spielen darf: „Die haben noch 3 auf der Hand“

„Aufnahme“ ist ein Spielabschnitt vom Auswurf der Zielkugel bis zur Auswertung der Punkte. In der Theorie dauert eine Partie zwischen 3 (6+6+1 Punkte) und 25 Aufnahmen (1+1+1+1+1… Punkte)

„Bei uns“ ist die Antwort auf die Frage „Wer hat den Punkt“, die wörtliche Übersetzung des französischen „Chez nous“

„Drehen“ bezeichnet den Rollenwechsel von Leger und Schießer. Nicht zu verwechseln mit „Tauschen“, denn das bezeichnet das Aus- und Einwechseln eines Spielers

„Durch“ (oder „durchlegen“) ist eine Boule-Kugel, die zu weit hinter die Zielkugel gelegt wird

„Fanny“ bezeichnet ein Boule-Spiel, das mit 13:0 Punkten endet. Der Ausdruck soll von einer frivolen französischen Kellnerin stammen, die ihren Rock hochzog, damit der Verlierer ihren Arsch küssen sollte

„Hinten“ spielt der Schießer oder „Tireur“ einer Mannschaft

„Kaputter“ ist ein Spiel mit 3 Spielern (je 2 Kugeln) gegen 2 Spieler mit je 3 Kugeln, also keine vollständige Triplette

„Kurz“ (oder „zu kurz“) ist eine Boule-Kugel, die vor die Zielkugel gelegt wird

„Lang“ (oder „zu lang“) ist eine Boule-Kugel, die hinter die Zielkugel gelegt wird

„Leer“ ist ein Spieler oder eine Mannschaft, die keine Kugeln mehr spielen darf

„Mitte“ spielt der Mittelspieler oder „Milieu“ einer Petanque-Mannschaft

„Loch“ bezeichnet einen missglückten Schuss, der nur einen kleinen Krater nahe der Zielkugel hinterlässt. Beispiel: „Tim hat ein Loch geschossen.“ Wenn zwei Schießerkugeln nicht treffen, ist das ein „Doppelloch“

„Platzwahl“ entscheidet, welche Mannschaft das Spiel eröffnet. Entweder wird eine Münze geworfen oder ein Spieler versteckt die Zielkugel in einer Hand, und der Gegner muss raten, in welcher

„Sau“ bezeichnet die Zielkugel. Andere Begriffe sind Schweinchen oder Cochonnet

„Schönes Spiel“ wünschen sich die Spieler vor einer Partie

„Vorne“ spielt der Leger oder „Pointeur“ einer Mannschaft

 

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Anfänger Taktik Training

5 Fehler, mit denen du verlierst

Was man auf dem Platz so sieht, ist nicht immer optimal. Kleine Angewohnheiten, alle nicht tragisch. Nur schlimm, wenn zu viele zusammen kommen. Dabei sind die meisten Fehler schnell abzuschaffen.

  • Alle stehen am Kreis (Foto)

Natürlich ist es komfortabel, eine Partie vom Kreis aus zu verfolgen, man muss ja weniger laufen. Richtig gut lässt sich ein Bild aber nur auf Höhe der Zielkugel einschätzen. Leckerbissen wie ein „Schuss für 3“ lassen sich vom Kreis aber kaum erkennen, sondern nur auf „Ballhöhe“. Außerdem: Vorne kann man sich ungestört und ungehört unterhalten. Sobald die Frage kommt „Wer hat den Punkt?“, weiß man, dass man vorne einen Vorteil hat.

 

  • Zielkugel zu weit auswerfen

Man sieht es sehr oft: Die Zielkugel liegt auf 9 Meter bis 9,90 Meter. Aber: Die meisten Schießer fühlen sich auf 7 oder 8 Meter am sichersten. Wenn die Punktkugel zu lang liegt, ist sie schwerer zu treffen. Das Fazit: Eine zu große Entfernung macht den Schießer wirkungslos. Besser ist, die Zielkugel auf die bevorzugte Distanz des Schießers auszuwerfen.

 

  • Zu viele Kugeln durchlegen

Eine Kugel hinter der Zielkugel ist meistens aus dem Spiel. Oft lässt sich beobachten, dass eine Mannschaft die Punktkugel zu häufig schießen oder kontern möchte, aber ohne Erfolg. Sobald die meisten Kugeln eines Teams hinter der Sau liegen, hat die andere Mannschaft viel Platz, um die eigenen Kugeln rund um die Sau zu platzieren.

 

  • Zu viele Löcher

Legen ist eine Kunst, Schießen eine Sucht. So geht es vielen. Nur erreicht nicht jeder Schießer in jeder Partie seine gewohnte Quote. Irgendwann ist die Konzentration am Ende. Trotzdem weiter zu schießen, kostet Kugeln, die nicht mehr im Spiel sind. Statt zu viele Doppellöcher zu produzieren, könnte eine Mannschaft entweder die Positionen tauschen oder aufs Legen setzen, um die gegnerische Punktkugel zu schlagen. 

 

  • Ohne Plan spielen

Das Mindeste vor einem Spiel sollte eine Absprache sein, wer welche Funktion übernimmt. Nicht nur Leger und Schießer, auch wer messen oder die Punkte zählen soll. Das zu klären, bringt Ruhe ins eigene Spiel.


Buchempfehlung: Der Ratgeber„100 Tipps, die dein Spiel verbessern“ von DPV-Trainer Daniel Dias bringt jede Mange Tricks und Ratschläge, die sich auf dem Platz bestens bewähren.

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Anfänger Boule spielen

„Doppelsau“ – idiotisch oder genial?

Wenn es nach den offiziellen Petanque-Regeln geht, wird Boule nur mit einer geraden Zahl von Personen gespielt. Aber was tun, wenn eine/r weg muss oder erst noch kommt? 

Für drei Spielende gibt es eine Variante, die geliebt oder gehasst wird: „Doppelsau“. Auf dem Boule-Platz trennen sich die Meinungen: Man mag dieses Spiel, oder man mag es nicht.

Dabei ist Doppelsau extrem einfach zu spielen. Man benötigt

  • 3 Spielende
  • Jede/r mit drei Kugeln
  • 2 Zielkugeln

Und so geht’s: Spieler 1 wirft aus einem Kreis die Zielkugeln aus. Also nicht nur eine, wie gewohnt, sondern beide. Die Zielkugeln sollten erkennbar auseinander liegen, das ist die Absicht. Oder mal eng zusammen, ganz wie man möchte.

Spieler 1 legt seine erste Kugel an eine der beiden Zielkugeln. Dabei hat er die freie Wahl, welche Zielkugel er anspielt.

Jetzt legt Spieler 2 seine erste Kugel an eine der beiden Zielkugeln. Er kann noch wählen, ob an die „freie“ Zielkugel oder besser an die Sau, an die der erste Spieler gelegt. Spieler 3 hat ebenfalls die Wahl, an welche Zielkugel er seine erste Kugel legt.

Nächste Runden: Jeder Spieler legt seine zweite/dritte Kugel an die Zielkugel seiner Wahl. Immer nur eine Kugel, und alle spielen in der gleichen Reihenfolge.

Sobald alle Kugeln liegen, werden an jeder Sau die Punkte gezählt und addiert. Pro Aufnahme werden insgesamt 2 bis 6 Punkte vergeben. Das Minimum sind 2 Punkte, also je 1 Punkt an jeder Zielkugel. Wer geschickt spielt, kann an einer Sau maximal 3 Punkte gewinnen. Möglich ist auch, dass an den Zielkugeln je drei Siegpunkte von zwei Spielern liegen, also insgesamt 6 Punkte.

Nach jeder Aufnahme geht es in der Reihenfolge der Punkte weiter. Wer Punkte geholt hat, spielt jetzt vorne. Der Spieler ohne Punkt spielt zuletzt, denn diese Position lässt mehr Auswahl zu als die vorherigen. Eine Partie Doppelsau ist beendet, sobald der erste Spieler 13 Punkte erreicht. 

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