Kategorien
Boule spielen Turniere

Per Rad zum Turnier

Die Idee stammt vom Boule Club Würzburg: Ein Petanque-Turnier auf mehreren Plätzen rund um die Stadt, und man radelt von Platz zu Platz. Seit 2020 findet das „Boule & Bike“ statt, das immer wieder die Teilnehmer begeistert.

Kein Wunder also, dass auch andere ähnliche Turniere anbieten. 

Zwei junge Leipziger kamen mehrmals zum „Boule & Bike“ nach Würzburg – und brachten das Format in ihre Heimat-Stadt. 16 Doublettes radelten 2025 beim „1. Velopetanque“ zu 12 Spiel-Orten. Ein voller Erfolg, wie die Initiatoren meinten.

Der Ausschuss „Breitensport“ im Niedersächsischen Pétanque-Verband plante 2025 eine Rundfahrt mit dem Motorrad zu mehreren Plätzen für ein paar Runden Boule. Die Idee: 3 Tage, ca. 300 km, 2 Übernachtungen und 3 x Boule. Leider kam das Turnier nicht zustande.

Etwas bescheidener fiel 2025 die „Boule & Bike – Tour“ im Umfeld von Hannover aus. Die Strecke führte über 45 km von Krähenwinkel über Nebenstraßen und ebenes Gelände in den Hannoverschen Stadtwald und zurück. Unterwegs wurde an mehreren Stationen Boule gespielt.

Bike-Touren zu mehreren Boule-Plätzen fanden auch in Ostwestfalen bei Bad Oeynhausen und Löhne, an der Pfälzer Weinstraße oder als Einzelaktionen von Vereinen statt, einige davon sogar mehrtägig oder sternförmig.

Foto (1): Boule Club Würzburg

Zum Start

Kategorien
Boule spielen Szene München Tagebuch

Start in die Saison

Wie ein Petanque-Verein den Mitgliedern viel bieten kann, macht die 1. Münchner Kugelwurfunion (1. MKWU) vor:

Der Verein richtete Anfang März sein erstes Supermelee-Turnier aus. 26 Teilnehmende kamen in den Hofgarten in München, darunter Lizenz-Spieler aus höheren Ligen und lizenzfreie Einsteiger.

In der Planung für die Saison sind regelmäßige Supermelee-Turniere am Freitag (18 Uhr) und Sonntag (14 Uhr). Im Vorjahr hatte es 39 Turniere dieses Formats gegeben.

Teilnehmen kann jeder, eine Mitgliedschaft in der 1. MKWU oder eine Lizenz ist nicht erforderlich. Mitglieder zahlen 2 Euro Startgebühr, externe Spieler 3 Euro. Zur Ausschüttung kommen 100 %.

Zum Start

Kategorien
München Szene München Tagebuch

Aus Alters-Gründen

Nach fast 40 Jahren hat sich ein Boule-Club, etwa 20 km westlich von München, aufgelöst. Der Höhepunkt der Saison war ein Ü70-Turnier vor der Stadthalle des Ortes, zu dem auch viele auswärtige Spieler anreisten.

Gründe für die Auflösung:

  • Die meisten Mitglieder über 70
  • Vereins-Ämter nicht mehr besetzbar
  • Kein Nachwuchs in Sicht

Nicht nur dieser Club ist überaltert, auch andere Vereine könnten aus Alters-Gründen bald von der Bildfläche verschwinden.

Doch wer kann einen Generationen-Wechsel organisieren? Tradition, sportlicher Erfolg und Engagement allein reichen nicht aus, wenn demografische Realitäten ignoriert werden.

Zum Start

Kategorien
München Tagebuch

Sieg und weg!

Wie ist es zu bewerten, dass jugendliche Petanque-Spieler nach einem großen Erfolg den Verein wechseln?

Aus Sicht der jungen Spieler: Ein Wechsel nach einer Meisterschaft oder internationalem Turnier kann eine natürliche Karriere-Entwicklung sein.

Bessere Vereine bieten oft professionelleres Training und Spiele in einer höheren Liga. Jugendliche sind in einer Phase, in der sie ihre Talente maximieren wollen, und ein Wechsel kann Motivation und Wachstum fördern.

Aus Sicht des alten Vereins: Die investierte Zeit und Jugend-Arbeit hilft nicht dem eigenen Verein. Wandern mehrere Talente gleichzeitig ab, kann das die Mannschaft schwächen und die Motivation der Verbleibenden senken.

Eine Abwanderung aber zeigt, dass der Verein gute Jugend-Arbeit leistet. Das kann den Ruf stärken („Wir bilden Top-Talente aus“) und neue Spieler anziehen.

Kategorien
Boule-Regeln München Tagebuch

Ein Boule-Quiz, eher einfach

Dieses Quiz wurde zur Weihnachts-Feier einer Spiel-Gemeinschaft im Süden von München geschrieben. Nur so, zur Nachahmung bei euren eigenen Feiern.

  • Wie nennt man ein Boule-Spiel, das 13:0 endet?
  • Wie nennt man ein Boule-Spiel, in dem eine Mannschaft 12:0 führt, aber 12:13 verliert?
  • Welches Land hat 2025 die meisten Titel und Medaillen im Petanque gewonnen?
  • Wie heißt der Petanque-Spieler in der Mitte auf Französisch?
  • Welche Boule-Kugeln rosten nicht?
  • Bevorzugen Schießer harte oder weiche Boule-Kugeln?
  • Welche französischen Begriffe gibt es für Mannschaften mit drei und zwei Spielern, wie heißt eine Partie zwischen zwei einzelnen Spielern?
  • In welcher Stadt findet das größte Petanque-Turnier der Welt statt?
  • Wie heißt der Abschnitt eines Spieles vom Aufheben der Kugeln bis zur Vergabe der Punkte?
  • Was verlangt die offizielle Regel, wenn ein Spieler den Wurfkreis vor Abschluss der Aufnahme aufhebt?
  • Darf man Turnier-Kugeln mit Nagellack oder Edding bemalen, oder ist das regelwidrig?
  • Wie heißen die größten Hersteller von Boule-Kugeln?
  • Welche Begriffe kennt ihr für die Zielkugel?

Auflösung: Fanny. Royale. Thailand. Milieu. Edelstahl- oder Inox-Kugeln. Weiche Kugeln. Doublette, Triplette, Tete-a-Tete. Marseille. Aufnahme. Die Mannschaft darf keine Kugeln mehr spielen. Markieren ist erlaubt. Obut, Boule Bleue, MS Petanque, Boulenciel. Schweinchen, Sau, Wutz, Cochonnet, But.

Zum Start

Kategorien
Tagebuch

Spieler gesucht!

Im deutschen Petanque fehlen Spieler: Teams ziehen sich während der Saison zurück, Turniere werden abgesagt. Oft liegt es am fehlenden Nachwuchs, viele Vereine stützen sich auf eine alternde Basis.

Helfen könnten Kooperationen mit Vereinen ohne Boule-Sparte, offene Angebote für Anfänger und mehr Präsenz in der Öffentlichkeit. Denn Boule ist leicht zugänglich, gesellig und bis ins hohe Alter spielbar – das muss nur bekannter werden.

Kategorien
Deutscher Petanque-Verband München

Alles Gute, Mischa!

Michael „Mischa“ Dörhöfer, Präsident des Deutschen Pétanque-Verbands (DPV), feierte am 18. Oktober seinen 60. Geburtstag. Der gebürtige Mainzer lebt mit seiner Familie in München – nur wenige Schritte vom Hofgarten entfernt, wo das Herz des bayerischen Pétanque schlägt.

Dörhöfer hat die deutsche Petanque-Szene geprägt wie kaum ein anderer. Als langjähriger Präsident der 1. Münchner Kugelwurf-Union (1. MKWU) und des Bayerischen Pétanque-Verbands (BPV) brachte er Struktur, Vision und Leidenschaft in den Sport.

Seit Kurzem lenkt „Mischa“ nun auch international die Geschicke des Spiels: Als Schatzmeister der Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal (FIPJP) vertritt er Deutschland an der Spitze des Welt-Verbands – ein weiterer Meilenstein in einer Karriere, die fest mit der Eisenkugel verbunden ist.

Schönes Spiel!

wünscht Bernhard Schoon, Autor dieser Website

Kategorien
Marseille Reise Turniere

Die Hauptstadt des Pétanque

Wenn es eine Hauptstadt des Pétanque gibt, dann liegt sie an der Cote d’Azur: Marseille. Mit rund 870.000 Einwohnern ist die Stadt ein dynamischer Wirtschafts-Standort, geprägt von ihrem Hafen, Start-ups und Industrie. Einst berüchtigt für seine raue Kriminalität, erlebt Marseille heute eine intensive Gentrifizierung, die alteingesessene Bewohner aus dem Zentrum in die nördlichen, wirtschaftlich benachteiligten Viertel verdrängt.

Keine andere Stadt ist so eng mit Petanque verbunden wie die zweitgrößte Stadt Frankreichs. Hier sind fünf Belege:

1. La Marseillaise à Pétanque – Größtes Pétanque-Turnier der Welt

Einmal im Jahr verwandelt sich Marseille in das Mekka des Pétanque. „La Marseillaise à Pétanque“ im Juli ist das größte Turnier der Welt und findet seit 1962 statt. Hier treten über 14.000 Spielende im Triplette (2025) gegeneinander an – aus allen Regionen Frankreichs und aus dem Ausland.

Das mehrtägige Groß-Ereignis wird landesweit von „France 3“ im Fernsehen übertragen und zieht hundert-tausende Zuschauer an. Der Mittelpunkt ist der weitläufige Parc Borély, wo auf über 100 Spielfeldern gleichzeitig geworfen, geschossen und gemessen wird.

2. Paul Ricard (1909 bis 1997) 

Der Unternehmer und Maler stammt aus Marseille. Als echter Südfranzose liebte Paul Ricard das Boule-Spiel und organisierte 1952 die erste „La Marseillaise à Pétanque“. Paul Ricard war der Erfinder des weltweit bekannten Pastis Ricard, der heute auf vielen Boule-Plätzen getrunken wird. 1975 fusionierte das Unternehmen mit Pernod, dem größten Rivalen, zur heutigen Pernod Ricard Gruppe – einem der größten Spirituosen-Konzerne der Welt.

1970 eröffnete Ricard die Rennstrecke Circuit Paul Ricard auf einem Hochplateau 40 km östlich von Marseille. Der Rundkurs galt als eine der modernsten seiner Zeit. Nach einer Pause kehrte 2018 sogar die Formel 1 zurück.

3. La Ciotat – Geburtsort des Pétanque

Wenige Kilometer südöstlich von Marseille liegt La Ciotat (38.000 Einwohner). Die charmante Hafenstadt gilt als die Wiege des heutigen Pétanque. Das erste Petanque-Spiel wurde 1910 dokumentiert.

Der Name „Pétanque“ leitet sich vom provencalischen „pès tancats“ ab, was so viel bedeutet wie „Füße berühren den Boden“. Die Regeln des neuen Spiels, das aus früheren Boule-Formen wie „Jeu Provençal“ hervorging, sehen vor, dass der Werfer beide Füße in einem Wurfkreis fixieren muss – und nicht mit Anlauf wirft.

4. Boule Bleue – Älteste Kugel-Fabrik des Landes

Seit 1904 stellt La Boule Bleue in Marseille Boule-Kugeln her, seit 1947 nur noch aus Stahl. Das Unternehmen gehört heute in vierter Generation der Familie Rofritsch, deren Gründer Felix Rofritsch aus dem Elsass stammte. La Boule Bleue ist damit der älteste noch aktive Hersteller weltweit – und mit ihrer traditioneller Produktion in den Stückzahlen deutlich hinter Obut mit seiner Roboter-Fabrik.

Die Kugeln von Boule Bleue sind weltweit gefragt, nicht nur wegen der Handarbeit, sondern auch wegen der vielen Gravuren, exakt abgestimmten Härtegrade und großen Modell-Vielfalt. In Marseille kann man die Werkstatt besichtigen und sich persönliche Kugeln anfertigen lassen.

5. ODK – Die neuen Boule-Kugeln

Eine weitere Marke aus Marseille sind Boule-Kugeln von ODK (Oddeka). Das Unternehmen wurde im Oktober 2020 ins Handelsregister von Marseille eingetragen und ist seit Mai 2021 aktiv auf dem Markt. Laut Hersteller werden die ODK‑Kugeln aus französischem Stahl und zu 100 % in Frankreich hergestellt.

ODK betreibt auch das Boule-Fachgeschäft Pétanque Longue im 15. Arrondissement von Marseille (19, Rue villa Oddo).

Daten, Fakten, Superlative

Thema Zahl / Fakt
Einwohner Marseille ca. 870.000
Erstes Pétanque-Spiel 1910, La Ciotat
Größtes Turnier La Marseillaise à Pétanque
Gegründet von Paul Ricard
Teilnehmer La Marseillaise bis zu 15.000
Ältester Kugelhersteller Boule Bleue (seit 1904)
Jüngster Hersteller ODK
Anzahl Boule-Plätze in Marseille Über 1.000
Besucher La Marseillaise ca. 150.000 pro Jahr
Medienbericht France 3, La Marseillaise, Pétanque Magazine

Fotos: Marseille Tourist Office and Convention Bureau, ODK (Oddeka), Pernod Ricard Deutschland GmbH

Zum Start

Kategorien
Turniere

Wann ist das Hofgartenturnier 2026 in München?

Kategorien
Reise

Wie wurde Thailand so stark?

Frankreich gilt als die Wiege des Pétanque – erfunden 1907. Der Kugelsport ist dort tief verwurzelt: In kaum einem anderen Land prägen so viele Weltklasse-Spieler, Profi-Teams und riesige Turniere die Szene. 

Thailand dagegen überrascht: Das Land zählt heute zu den stärksten Pétanque-Nationen der Welt. Anders als in Frankreich ist dort nicht die Tradition, sondern der gezielte staatliche Aufbau entscheidend.

Seit den 1980er Jahren wird Pétanque in Thailand professionell gefördert – besonders im Jugend- und Frauenbereich. Schulen, Sport-Hochschulen und sogar das Militär unterstützen Talente systematisch.

Die Unterschiede

  • In Frankreich ist Pétanque kulturell tief verankert, in der Freizeit wie im Sport – getragen von Tradition und Leidenschaft.
  • In Thailand ist Pétanque vor allem ein Erfolgs-Projekt staatlicher Förderung – strategisch aufgebaut und sportlich effektiv.

Von Frankreich nach Thailand

Den Grundstein für Thailands Pétanque-Erfolg legte Prinzessin Srinagarindra. Sie lernte Pétanque in den 1940er-Jahren während ihres Aufenthalts in der Schweiz und Frankreich kennen und lieben. Sie brachte das Spiel nach Thailand und unterstützte aktiv die Verbreitung und Organisation des Sports.

Seit 1984 ist Pétanque in Thailand offiziell als Sportart anerkannt. Seither fördert der Staat gezielt Talente und Strukturen – über den nationalen Pétanque-Verband und in enger Abstimmung mit dem Sport-Ministerium. Das Ziel: Internationale Medaillen und Weltmeister-Titel.

Training und Talente

In Bangkok entstand ein Nationales Trainings-Zentrum für Pétanque – mit hauptamtlichen Trainern, medizinischer Betreuung und klaren Kader-Strukturen. Schüler und Studierende mit Talent erhalten Sport-Stipendien, um sich gezielt auf eine Karriere im Pétanque vorzubereiten.

Auch an mehreren Hochschulen ist Pétanque als Sport fest verankert – ähnlich wie in Frankreich an den „Pôles Espoirs“. Das Spiel mit der Kugel ist in Thailand kein Pausen-Füller, sondern Ausbildungs-Inhalt.

Was anderswo ein Hobby ist, kann in Thailand zu einem Beruf führen: Erfolgreiche National-Spieler erhalten Prämien, gelegentlich Job-Angebote im öffentlichen Dienst – bei der Armee, der Polizei oder im kommunalen Sport. Pétanque ist damit ein Teil des Leistungs-Sports geworden, mit festem Training, Kadern und Leistungs-Nachweisen.

„Made in Thailand“

In Thailand werden auch hochwertige Boule-Kugeln produziert, die vom Weltverband FIPJP zum Turnier zugelassen sind. Dazu gehören die Marken Marathon und La Franc, beide „Made in Thailand“. La Franc ist dabei nicht nur eine eigene Marke, sondern auch Hersteller der Geologic– und Koodza-Kugeln von Decathlon. Diese Kugeln bieten ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis, auch wenn Marathon hierzulande nicht erhältlich sind.

Zum Start