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Tagebuch Turniere

So läuft’s in Frankreich

Einspielen mit fremden Kugeln, Plätze mit Tücken und ein Vertrag mit Vorgaben: Die Premiere der Equipe Allemagne bei den Masters de Pétanque bot den deutschen Spielern einige ungewohnte Erlebnisse.

Es war eine Premiere: Im August 2026 trat erstmals eine Equipe Allemagne bei den Masters de Pétanque in Frankreich an, einem der höchsten Profi-Turniere für die weltbesten Spieler, National-Teams und ausgewählte Top-Équipes. 

Mit dabei waren Daniel Reichert, Matthias Laukart und Tobias Müller vom Pétanqueclub Burggarten Horb sowie Moritz Rosik von Düsseldorf sur place. Sportlich war der Auftritt eine besondere Herausforderung. Doch mindestens ebenso interessant sind die Erfahrungen der Spieler abseits des Wettkampfs.

Nach dem Turnier trafen Anke Feil und Frank Jermann (Foto) aus Hessen die Spieler in Rognac bei Marseille zu einem Interview. Das transkribierte Gespräch ist auf franks-petanque.de veröffentlicht.

Und dabei wird deutlich: Die französische Pétanque-Spitzenwelt funktioniert anders als deutsche Turniere.

Kugeln: 5 Minuten vor dem Start

Eine der ersten Überraschungen lieferten die Kugeln: Für das Turnier erhielten die Teilnehmer ihre Kugeln erst vor Ort, immerhin durften sie den Stahl-Typ (Inox/Karbon), Durchmesser und Gewicht selbst bestimmen. 

Der Grund: Der Veranstalter der Masters gibt vor, dass eine Mannschaft mit schwarzen Kugeln spielt, die anderen mit hellen. Die Zuschauer können dadurch die gespielten Kugeln gut unterscheiden.

Wer nun an nagelneue Kugeln denkt, wurde enttäuscht, denn nach den Schilderungen der Spieler handelte es sich um gebrauchte Kugeln des Masters-Sponsors Obut. Und noch etwas sorgte für Verwunderung: Die Kugeln wurden erst fünf Minuten vor Spiel-Beginn ausgegeben.

Viel Zeit, sich darauf einzustellen, blieb also nicht. Und dann wollten auch die anderen Spieler vor dem Start noch ein paar Kugeln werfen. Auf dem Platz entstand einiges an Gedränge.

Für deutsche Turnier-Spieler eine ungewohnte Situation. Bei uns kommt man rechtzeitig auf den Platz und wirft sich mit den eigenen, vertrauten Kugeln in Ruhe ein.

Der Platz macht, was er will

Doch nicht nur die Kugeln boten Überraschungen. Auch einige der Plätze der Masters de Pétanque hatten es in sich.

Die Spieler berichten von einem Platz, auf dem sich die Kugeln sehr seltsam verhielten. Sie sprangen und reagierten anders, als man es von einem normalen Sand- oder Kiesplatz erwarten würde.

Der Grund: Unter dem Belag befanden sich Regen-Rinnen, die mit Metall-Gittern abgedeckt waren. Die rund 50 cm breiten Gitter waren mit Sand oder Kies bedeckt und für die Spieler nicht zu sehen. Und dadurch unberechenbar zu bespielen.

Auch eine Erfahrung, die man von heimischen Turnieren so nicht kennt.

Was bleibt finanziell?

Interessant wird das Interview beim Thema Geld. Die deutsche Mannschaft musste ihre Reisekosten über Trikot-Werbung und das Antritts-Geld des Veranstalters abdecken. Ein finanzieller Gewinn blieb für die Spieler dabei nicht übrig.

Frank Jermann fragt im Interview auch ganz direkt nach der Höhe des Antritts-Geldes. Er schätzt dieses auf rund 7.000 Euro pro Spieler.

Eine offizielle Bestätigung dieser Summe gibt es allerdings nicht. Weder vom Veranstalter noch von den Spielern wurden konkrete Zahlen genannt. Nach den Angaben aus dem Interview soll das tatsächliche Antritts-Geld unter dieser Größen-Ordnung gelegen haben.

Vertrag mit 12 Seiten

Ebenfalls bemerkenswert: Vor dem Turnier mussten die Spieler ein 12-seitiges Dokument des Veranstalters unterschreiben. Darin waren die Bedingungen für die Teilnahme festgelegt.

So durften bestimmte Informationen – wie die Höhe des Antrittsgeldes – nicht öffentlich gemacht werden. Auch negative Äußerungen über die Veranstaltung waren nach den Spieler untersagt.

Die Vorgaben machen auch vor der Trikot-Werbung nicht Halt. Für die Sponsoren der deutschen Mannschaft gab es Einschränkungen hinsichtlich der Größe der Werbe-Flächen. Außerdem war die Zahl der Werbe-Partner auf höchstens drei begrenzt.

Damit kann der Veranstalter die Kontrolle über das Erscheinungs-Bild seines Turniers behalten.

Die Premiere der Equipe Allemagne bei den Masters de Pétanque war nicht nur ein sportliches Abenteuer. Sie bot den Spielern auch einen Blick hinter die Kulissen eines der höchsten französischen Pétanque-Events.

Vieles davon würde man bei einem deutschen Turnier kaum erleben.

Das komplette Interview

Foto (1): Privat

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Anfänger Boule spielen Tagebuch Training

Was bringt dir ein Boule-Verein?

Heute spielten wir wieder im Hofgarten in München. Die übliche Crowd war da: Erlesene Vereins-Spieler, die würdevoll unter sich bleiben, lockere Runden und eine Durchreise-Gruppe aus der Schweiz. 

Und dann diese Spieler mit den nagelneuen Chrom-Kugeln. Ausgeworfen wird ohne Kreis, ein Strich im Schotter muss genügen. Entfernung 15 bis 20 m. Der Spieler im „Kreis“ wird gut gelaunt angesprochen. Eine zu kurze Sau wird von irgendwem nach vorne gekickt.

Spielkultur geht anders, aber die muss man erst einmal lernen!

Wenn du wirklich Fortschritte machen, die Regeln sicher beherrschen und taktisch wachsen willst, profitierst du enorm vom Umfeld eines Petanque-Vereins. 

Struktur statt „Learning by Doing“

In einer losen Boule-Gruppe entstehen oft Hausregeln oder ungenaue Auslegungen. Man misst mal so, mal so, diskutiert über Aus-Situationen und einigt sich pragmatisch. Das funktioniert für den Spaß, aber es bremst die Entwicklung. 

Im Verein hingegen gilt das offizielle Regelwerk der FIPJP (Fédération Internationale de Pétanque et Jeu Provençal) und des Deutschen Pétanque Verbands (DPV). Erfahrene Spieler und Übungsleiter erklären dir Feinheiten, und man trainiert unter realistischen Bedingungen.

Im Verein lernst du systematisch, wann eine Aufnahme null gewertet wird, was passiert, wenn nur noch eine Seite Kugeln hat, und wie man den nächsten Wurfkreis korrekt setzt (um den letzten Liegepunkt der Zielkugel). Diese Sicherheit verhindert Diskussionen und gibt Selbstvertrauen im Turnier.

Vokabular

Pétanque hat eine eigene Sprache, die im Verein weitergegeben wird. Beispiele, die in losen Gruppen oft unklar bleiben:

  • Aufnahme, also der Spiel-Abschnitt vom Auswurf der Zielkugel (Schweinchen, Sau, Cochonnet) bis zur Auswertung der Punkte. Sag also nicht: „Runde“ oder „Spielchen“.
  • Leer: Ein Spieler oder eine Mannschaft ist „leer“, wenn keine Kugeln mehr „auf der Hand“ sind. Dann darf die Gegenseite ihre restlichen Kugeln spielen und versuchen, weitere Punkte zu sammeln.
  • „Chez nous“ oder „Bei uns“ bedeutet, dass man während einer Aufnahme den Punkt hält. Klingt besser als das häufige „Hat die?“ und „Hat!“
  • Den Punkt nehmen: Die Mannschaft, deren beste Kugel der Zielkugel am nächsten liegt, verzichtet darauf, weitere Kugeln zu spielen, sobald der Gegner „leer“ ist.
  • Weitere Begriffe wie „auf der Hand“, „drehen“ (Rollenwechsel Leger/Schießer), „kurz/lang/durch“, „Loch“ (Fehlschuss) oder „Fanny“ (13:0) werden im Vereins-Training alltäglich. Das schafft eine gemeinsame Sprache und beschleunigt das Lernen.

Taktik: Wann schießen?

Hier liegt einer der größten Vorteile des Vereins. In der losen Gruppe wird oft nach Gefühl gelegt oder geschossen. Im Verein lernt man, Situationen systematisch zu analysieren. 

Weitere taktische Elemente, die im Verein vermittelt werden: Wahl der Zielkugel-Distanz und -Position, Lesen des Bodens, Rollen-Verteilung (Pointeur vorne, Tireur hinten, Milieu in der Mitte), und das Anpassen an den Spielstand (aggressiv bei Rückstand, kontrolliert bei Führung). 

Weitere Vorteile

Turnier- und Liga-Betrieb: Mit einer Mitgliedschaft im Verein und Lizenz öffnen sich offizielle Wettbewerbe, Ranglisten und der Ligabetrieb. Das motiviert und zeigt, wo man steht.

Langfristige Entwicklung: Du lernst nicht nur Regeln und Taktik, sondern auch Spiel-Kultur, Fairness und den Umgang mit Druck. Das „10 Jahre bis zum guten Spieler“-Sprichwort wird im Verein realistischer.

Natürlich hat die lose Boule-Gruppe ihren Charme: Totale Freiheit, keine Verpflichtungen, reiner Spaß. Für den Einstieg ideal. Wer aber sich verbessern und die volle Faszination von Pétanque erleben will – diese Mischung aus Technik, Taktik und Gemeinschaft – ist im Verein deutlich besser aufgehoben.

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Anfänger Tagebuch

Begriffe, die nur Boule-Spieler kennen

Boule oder Pétanque ist schnell gelernt – und doch haben die Spieler ganze eigene Ausdrücke. Wer zum ersten Mal auf dem Platz steht, hört einiges, was zunächst rätselhaft klingt. Darunter auch diese zentralen Begriffe.

Aufnahme

Eine Aufnahme ist der Spiel-Abschnitt vom Auswurf der Zielkugel (Schweinchen, Sau, Cochonnet) bis zur Auswertung der Punkte. Eine Partie besteht aus mehreren Aufnahmen, mal nur ein Punkt, maximal aber 6 Punkte, bis eine Mannschaft 13 Punkte erreicht. Wenn Einsteiger den Begriff nicht kennen, sagen sie häufig „Runde“ oder „Spielchen“, aber sie meinen eine Aufnahme.

Drehen

Im Team gibt es klassische Rollen: Der Leger (Pointeur) spielt seine Kugeln möglichst nah ans Schweinchen, und der Schießer (Tireur) ballert gegnerische Kugeln weg. Dazwischen spielt im Triplette der Milieu (Mittel-Spieler), der beides können sollte. „Drehen“ bedeutet, dass diese Rollen während einer Aufnahme gewechselt werden. Nicht zu verwechseln mit „Tauschen“ oder „Wechseln“.

Fanny

Die schlimmste Niederlage ist 0:13, genannt eine „Fanny“. Die Legende erzählt von einer französischen Kellnerin namens Fanny, der solche Verlierer früher ihren Hintern küssen mussten. Waren wohl etwas frivol, die alten Franzosen, doch der Begriff hat sich bis heute gehalten.

Leer

„Ich bin leer“ oder „Die sind leer“ heißt: Eine Mannschaft oder ein Spieler hat keine Kugeln mehr. Dann darf die andere Seite ihre restlichen Kugeln ungestört spielen und Punkte sammeln. Wer leer ist, steht unter Druck – und hofft, dass der Gegner nicht zu viele Punkte macht.

Triplette – Doublette – Tete-a-tete

Im Boule oder Petanque spielen zwei Mannschaften gegeneinander. Folgende Paarungen sind üblich:

  • Triplette: 3 Spieler gegen 3 Spieler, jede/r hat 2. Kugeln
  • Doublette: 2 Spieler gegen 2 Spieler, jede/r hat 3 Kugeln
  • Tête-à-tête: 1 Spieler gegen 1 Spieler, jede/r hat 3 Kugeln

Nicht im Reglement vorgesehen, aber gängig ist das Spiel 3 gegen 2 Spieler. Im Team mit 2 Spielern hat jede/r 3 Kugeln, im Team mit 3 Spielern hat jede/r 2 Kugeln. Diese Variante hat unterschiedliche Namen, z.B. „ein Kaputter“, weil die klassische Triplette nicht erreicht wird.

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Boule-Plätze Deutscher Petanque-Verband München Tagebuch Turniere

Petanque-WM in München?

Wir veröffentlichen hier keine News und Ergebnisse, doch diese Meldung ist besonders: Der Deutsche Petanque Verband (DPV) bewirbt sich als Ausrichter der Petanque-WM 2028 in München.

Aber jetzt die Sensation: Die WM soll nicht im Hofgarten München stattfinden, einem der schönsten Boule-Plätze unseres Landes. Sondern am Franz-Josef-Strauß-Flughafen (MUC), genauer zwischen Terminal 1 und 2.

Die Flughafen München GmbH (FMG) bezeichnet das Terrain als die größte überdachte Freifläche der Welt. Die FMG bietet hier das ganze Jahr Events, darunter ein Weihnachts-Markt und Sport-Veranstaltungen.

Der DPV hat beim Verbands-Tag beschlossen, sich für die WM 2028 in München zu bewerben. Ein Projekt-Team soll die Machbarkeit und Finanzierung prüfen, damit der Haupt-Ausschuss die Bewerbung freigeben kann. Die Pétanque-WM findet vom 12. bis 21. Mai 2028 statt.

Es ist kein Geheimnis, dass DPV-Präsident Michael Dörhöfer selbst in München lebt, nur wenige Gehminuten vom Hofgarten entfernt, wo sein Verein, die 1. Münchner Kugelwurf-Union (1. MKWU), jedes Jahr das Hofgarten-Turnier ausrichtet.

„Mischa“ Dörhöfer erinnert sich: „Da ich im vergangenen Jahr gefühlt jede Woche im Flieger saß und in die Welt gereist bin, fiel mir die Fläche zwischen Terminal 1 und Terminal 2 auf, eine ganz außergewöhnliche Location. Es wird noch weitere Bewerber geben, aber wir sind zuversichtlich, hier ein tolles Angebot machen zu können!“

Dabei hat der DPV recht gute Karten, denn Michael Dörhöfer wurde im September 2023 auf dem jährlichen Kongress des Welt-Verbandes FIPJP in Cotonou (Benin) als neues Mitglied in das Exekutiv-Komitee (Vorstand) gewählt, wo er seitdem als Schatzmeister fungiert. Bei seinem Amts-Antritt hatte er bereits eine Petanque-WM in Deutschland versprochen.

Für eine Petanque-WM am Flughafen München sprechen mehrere Punkte:

  • Die FMG ist auch ein erfolgreicher Event-Veranstalter
  • Kurze Wege für die Teilnehmenden aus aller Welt
  • Vollständige Infrastruktur rund um die Uhr

Foto (1): Flughafen München GmbH

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Tagebuch Turniere

Großzügig gespendet

Dass Petanque auch einer guten Sache dienen kann, zeigt ein Benefiz-Turnier in Kochel am See in Oberbayern. Das Ergebnis: Über 40 Spielende nahmen teil, und sie spendeten über 1.200 Euro.

Der Erlös ging zu gleichen Teilen an den Kinder- und Jugend-Förderverein der Gemeinde Kochel am See und die Kinder des Blinden-Instituts München. Der bisherige Rekord-Erlös lag bei 2.600 €. Die Summe setzt sich aus Turnier-Erlösen und Spenden zusammen, auch von einem Spender aus der Region Ammersee, der zum vierten Mal in Folge 200 € gespendet hat.

Die Begrüßung und Turnier-Eröffnung übernahm Jens Müller, Bürgermeister von Kochel am See. Gespielt wurde im Modus Triplette Melee, für das Kinder des Blinden-Institutes München die Teams aus den Töpfen Leger, Schießer und Milieu sowie die Paarungen der ersten Runde auslosten. Neben dem Haupt-Turnier gab es auch einen Lege- und Schieß-Wettbewerb.

Initiator des vierten Benefiz-Turniers dieser Art ist Guido Kuhn, Integrations-Helfer im Blinden-Institut in München-Neuhausen. „Aus der Idee, spielerisch Gutes zu tun, fand 2022 das erste Boule-Benefiz-Turnier mit 36 Spielenden bei der Petanque Cooperative Sauerlach statt,“ erinnert sich Guido. „2024 kam es zu einer Rekord-Teilnahme mit 66 Spielenden beim SV Kochel am See.“

Die meisten Teilnehmer stammen aus der Region, aber auch aus Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz. Trotz sportlicher Konkurrenz stand für Guido Kuhn am Ende vor allem eines im Vordergrund: „Auf dem Sieger-Podest aller Benefiz-Turniere stehen nicht die Spielerinnen und Spieler, sondern wie immer die Kinder und Jugendlichen!“

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Boule-Kugeln Tagebuch

Retro für Einsteiger: „Boule Noire COU“

Auf der Website von Obut taucht eine neue Boule-Kugel auf: Die „Boule Noire COU“ (COU). In Frankreich kostet sie 95 Euro und ist als Turnier-Kugel von der FIPJP zugelassen. Damit richtet sie sich an Spieler, die mehr wollen als eine Freizeit-Kugel, aber noch nicht in die Oberklasse investieren möchten.

Spannend ist vor allem die Geschichte hinter dem Namen. Die COU ist keine neue Erfindung von Obut. Ursprünglich stammt sie von La Boule Noire, einer französischen Marke von 1967. 

Entwickelt wurde die COU-Serie von Édouard Couloubrier in Toulon. Der Name „COU“ geht auf seinen Namen zurück. Schon damals setzte man auf Kugeln aus Karbon-Stahl, und die COU-Serie gehörte zu den bekanntesten Kugeln für ambitionierte Spieler.

1985 übernahm Obut die Marke La Boule Noire. Produktion und Organisation wurden nach Saint-Bonnet-le-Château verlagert, das Zentrum der Petanque-Industrie.

Was früher handwerklich geprägt war, läuft inzwischen automatisiert: CNC-gesteuerte Maschinen, automatische Kontrollen und Roboter sorgen für gleichmäßige Kugeln in großer Stückzahl. Von der alten Marke Boule Noire ist nur noch die halbweiche Karbonstahl-Kugel CX Cou für 220 Euro im Programm von Obut.

Die neue „Boule Noire COU“ liegt mit ihrem Preis ungefähr bei der „Obut Match“, dem Millionen-Bestseller. Der wichtigste Unterschied ist wohl die Härte des Stahls: 120 bei der Match, 140 bei der COU.

Warum so günstig?

  • Erstens: Die COU lässt sich einfacher herstellen als die Premium-Modelle. Klassische Form, keine aufwendige Highend-Abstimmung
  • Zweitens: Die COU gibt es nur in zwei Varianten: 72 mm mit 680 g oder 74 mm mit 690 g
  • Drittens: Obut setzt auf Stahl mit Härte 140. Solche Kugeln sind langlebig und verschleißen weniger als weiche Schießer-Kugeln.

Wunder sollte man nicht erwarten, aber darum geht es auch nicht. Die „Boule Noire COU“ will keine Luxus-Kugel sein, eher die Alternative zur „Obut Match“: Eine ehrliche Boule-Kugel mit etwas Geschichte, solider Technik und fairem Preis.

Foto (1): Obut

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Boule-Kugeln Tagebuch

Im Test: „La Continental“ von Boulenciel

Zu Weihnachten meinte es meine Frau gut mit mir: Unterm Tannenbaum liegt ein Karton mit der „La Continental“ von Boulenciel. Also habe ich jetzt auch eine, denn der italienische Hersteller hat sich in den letzten Jahren vom Exoten zur festen Größe auf unseren Boule-Plätzen entwickelt.

Boulenciel ist eine Marke von „Data F“, gegründet 1952 von Ferdinando Data in Pinasca bei Turin. Das Unternehmen hat sich auf Feinmechanik für die Luftfahrt spezialisiert, die Produktion von Boule-Kugeln entstammt dem Hobby des Gründers.

Erster Eindruck: So geht italienische Eleganz. Minimales Design, präzise Verarbeitung und ein eigener Stil. Als Karbon-Kugeln tragen sie einen schwarzen Schutz-Lack, der sich mit der Zeit abspielt. Boulenciel behauptet aber, dass die Beschichtung besonders langlebig ist. 

Das Auffällige: Neben den vorgeschriebenen Angaben sind die Initialen des Firmengründers Ferdinando Data in einer stilisierten Jugendstil-Schrift eingraviert.

Ein Aufkleber auf dem Karton beschreibt die Daten der Kugel: Durchmesser, Gewicht, Modell, Code-Nummer und die Angabe der Kugel-Härte mit „1/2 T“. Das „T“ müsste für „Tendre“ stehen, also ist diese Kugel halb-weich für den Schießer und Milieu.

Die „La Continental“ kommt ohne Riffelung aus. Andere Modelle von Boulenciel haben lebhafte Muster und Gravuren oder farbige Punkte aus Kautschuk, anfangs gegen den Widerstand der Petanque-Verbände. Auch langjährige Petanque-Puristen werten diese Modelle noch als „Damen-Kugeln“.

Das Sortiment bewegt sich überwiegend im oberen Preis-Segment – auch, weil viele Varianten aus Durchmesser und Gewicht angeboten werden. Die „La  Continental“ ist etwas günstiger, da es sie nur in einer reduzierten Auswahl gibt.

Der größte Unterschied für mich: Ich habe bisher mit einem Durchmesser von 73 mm gespielt, die neue misst nur 72 mm. Das verändert das Gefühl in der Hand  – die Kugel greift sich kompakter, die Haptik des Stahls passt mega.

Die größte Überraschung kommt auf dem Boule-Platz: Ich lege  präziser, und beim Schießen treffe ich konstanter. 

Macht nur 1 mm Durchmesser wirklich so einen riesigen Unterschied? Der Umfang einer Boule-Kugel wird jedoch mit der Zahl Pi (3,14) berechnet. Also bedeutet die Differenz zwischen 72 mm und 73 mm Durchmesser rund 3,14 mm mehr Umfang.

Und jetzt meine Mitspieler:

  • „Da ist GPS drin!“, witzeln einige
  • „Die schwarze Bombe!“, jammern andere nach einem satten Carreau
  • „Du wirst sie lieben“, verspricht mir eine Boule-Freundin aus Österreich.

So ist es gekommen.

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Boule spielen Turniere

Per Rad zum Turnier

Die Idee stammt vom Boule Club Würzburg: Ein Petanque-Turnier auf mehreren Plätzen rund um die Stadt, und man radelt von Platz zu Platz. Seit 2020 findet das „Boule & Bike“ statt, das immer wieder die Teilnehmer begeistert.

Kein Wunder also, dass auch andere ähnliche Turniere anbieten. 

Zwei junge Leipziger kamen mehrmals zum „Boule & Bike“ nach Würzburg – und brachten das Format in ihre Heimat-Stadt. 16 Doublettes radelten 2025 beim „1. Velopetanque“ zu 12 Spiel-Orten. Ein voller Erfolg, wie die Initiatoren meinten.

Der Ausschuss „Breitensport“ im Niedersächsischen Pétanque-Verband plante 2025 eine Rundfahrt mit dem Motorrad zu mehreren Plätzen für ein paar Runden Boule. Die Idee: 3 Tage, ca. 300 km, 2 Übernachtungen und 3 x Boule. Leider kam das Turnier nicht zustande.

Etwas bescheidener fiel 2025 die „Boule & Bike – Tour“ im Umfeld von Hannover aus. Die Strecke führte über 45 km von Krähenwinkel über Nebenstraßen und ebenes Gelände in den Hannoverschen Stadtwald und zurück. Unterwegs wurde an mehreren Stationen Boule gespielt.

Bike-Touren zu mehreren Boule-Plätzen fanden auch in Ostwestfalen bei Bad Oeynhausen und Löhne, an der Pfälzer Weinstraße oder als Einzelaktionen von Vereinen statt, einige davon sogar mehrtägig oder sternförmig.

Foto (1): Boule Club Würzburg

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Boule spielen Szene München Tagebuch

Start in die Saison

Wie ein Petanque-Verein den Mitgliedern viel bieten kann, macht die 1. Münchner Kugelwurfunion (1. MKWU) vor:

Der Verein richtete Anfang März sein erstes Supermelee-Turnier aus. 26 Teilnehmende kamen in den Hofgarten in München, darunter Lizenz-Spieler aus höheren Ligen und lizenzfreie Einsteiger.

In der Planung für die Saison sind regelmäßige Supermelee-Turniere am Freitag (18 Uhr) und Sonntag (14 Uhr). Im Vorjahr hatte es 39 Turniere dieses Formats gegeben.

Teilnehmen kann jeder, eine Mitgliedschaft in der 1. MKWU oder eine Lizenz ist nicht erforderlich. Mitglieder zahlen 2 Euro Startgebühr, externe Spieler 3 Euro. Zur Ausschüttung kommen 100 %.

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München Szene München Tagebuch

Aus Alters-Gründen

Nach fast 40 Jahren hat sich ein Boule-Club, etwa 20 km westlich von München, aufgelöst. Der Höhepunkt der Saison war ein Ü70-Turnier vor der Stadthalle des Ortes, zu dem auch viele auswärtige Spieler anreisten.

Gründe für die Auflösung:

  • Die meisten Mitglieder über 70
  • Vereins-Ämter nicht mehr besetzbar
  • Kein Nachwuchs in Sicht

Nicht nur dieser Club ist überaltert, auch andere Vereine könnten aus Alters-Gründen bald von der Bildfläche verschwinden.

Doch wer kann einen Generationen-Wechsel organisieren? Tradition, sportlicher Erfolg und Engagement allein reichen nicht aus, wenn demografische Realitäten ignoriert werden.

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