Einspielen mit fremden Kugeln, Plätze mit Tücken und ein Vertrag mit Vorgaben: Die Premiere der Equipe Allemagne bei den Masters de Pétanque bot den deutschen Spielern einige ungewohnte Erlebnisse.
Es war eine Premiere: Im August 2026 trat erstmals eine Equipe Allemagne bei den Masters de Pétanque in Frankreich an, einem der höchsten Profi-Turniere für die weltbesten Spieler, National-Teams und ausgewählte Top-Équipes.
Mit dabei waren Daniel Reichert, Matthias Laukart und Tobias Müller vom Pétanqueclub Burggarten Horb sowie Moritz Rosik von Düsseldorf sur place. Sportlich war der Auftritt eine besondere Herausforderung. Doch mindestens ebenso interessant sind die Erfahrungen der Spieler abseits des Wettkampfs.
Nach dem Turnier trafen Anke Feil und Frank Jermann (Foto) aus Hessen die Spieler in Rognac bei Marseille zu einem Interview. Das transkribierte Gespräch ist auf franks-petanque.de veröffentlicht.
Und dabei wird deutlich: Die französische Pétanque-Spitzenwelt funktioniert anders als deutsche Turniere.
Kugeln: 5 Minuten vor dem Start
Eine der ersten Überraschungen lieferten die Kugeln: Für das Turnier erhielten die Teilnehmer ihre Kugeln erst vor Ort, immerhin durften sie den Stahl-Typ (Inox/Karbon), Durchmesser und Gewicht selbst bestimmen.
Der Grund: Der Veranstalter der Masters gibt vor, dass eine Mannschaft mit schwarzen Kugeln spielt, die anderen mit hellen. Die Zuschauer können dadurch die gespielten Kugeln gut unterscheiden.
Wer nun an nagelneue Kugeln denkt, wurde enttäuscht, denn nach den Schilderungen der Spieler handelte es sich um gebrauchte Kugeln des Masters-Sponsors Obut. Und noch etwas sorgte für Verwunderung: Die Kugeln wurden erst fünf Minuten vor Spiel-Beginn ausgegeben.
Viel Zeit, sich darauf einzustellen, blieb also nicht. Und dann wollten auch die anderen Spieler vor dem Start noch ein paar Kugeln werfen. Auf dem Platz entstand einiges an Gedränge.
Für deutsche Turnier-Spieler eine ungewohnte Situation. Bei uns kommt man rechtzeitig auf den Platz und wirft sich mit den eigenen, vertrauten Kugeln in Ruhe ein.
Der Platz macht, was er will
Doch nicht nur die Kugeln boten Überraschungen. Auch einige der Plätze der Masters de Pétanque hatten es in sich.
Die Spieler berichten von einem Platz, auf dem sich die Kugeln sehr seltsam verhielten. Sie sprangen und reagierten anders, als man es von einem normalen Sand- oder Kiesplatz erwarten würde.
Der Grund: Unter dem Belag befanden sich Regen-Rinnen, die mit Metall-Gittern abgedeckt waren. Die rund 50 cm breiten Gitter waren mit Sand oder Kies bedeckt und für die Spieler nicht zu sehen. Und dadurch unberechenbar zu bespielen.
Auch eine Erfahrung, die man von heimischen Turnieren so nicht kennt.
Was bleibt finanziell?
Interessant wird das Interview beim Thema Geld. Die deutsche Mannschaft musste ihre Reisekosten über Trikot-Werbung und das Antritts-Geld des Veranstalters abdecken. Ein finanzieller Gewinn blieb für die Spieler dabei nicht übrig.
Frank Jermann fragt im Interview auch ganz direkt nach der Höhe des Antritts-Geldes. Er schätzt dieses auf rund 7.000 Euro pro Spieler.
Eine offizielle Bestätigung dieser Summe gibt es allerdings nicht. Weder vom Veranstalter noch von den Spielern wurden konkrete Zahlen genannt. Nach den Angaben aus dem Interview soll das tatsächliche Antritts-Geld unter dieser Größen-Ordnung gelegen haben.
Vertrag mit 12 Seiten
Ebenfalls bemerkenswert: Vor dem Turnier mussten die Spieler ein 12-seitiges Dokument des Veranstalters unterschreiben. Darin waren die Bedingungen für die Teilnahme festgelegt.
So durften bestimmte Informationen – wie die Höhe des Antrittsgeldes – nicht öffentlich gemacht werden. Auch negative Äußerungen über die Veranstaltung waren nach den Spieler untersagt.
Die Vorgaben machen auch vor der Trikot-Werbung nicht Halt. Für die Sponsoren der deutschen Mannschaft gab es Einschränkungen hinsichtlich der Größe der Werbe-Flächen. Außerdem war die Zahl der Werbe-Partner auf höchstens drei begrenzt.
Damit kann der Veranstalter die Kontrolle über das Erscheinungs-Bild seines Turniers behalten.
Die Premiere der Equipe Allemagne bei den Masters de Pétanque war nicht nur ein sportliches Abenteuer. Sie bot den Spielern auch einen Blick hinter die Kulissen eines der höchsten französischen Pétanque-Events.
Vieles davon würde man bei einem deutschen Turnier kaum erleben.
Foto (1): Privat
Heute spielten wir wieder im Hofgarten in München. Die übliche Crowd war da: Erlesene Vereins-Spieler, die würdevoll unter sich bleiben, lockere Runden und eine Durchreise-Gruppe aus der Schweiz.
Taktik: Wann schießen?
Boule oder Pétanque ist schnell gelernt – und doch haben die Spieler ganze eigene Ausdrücke. Wer zum ersten Mal auf dem Platz steht, hört einiges, was zunächst rätselhaft klingt. Darunter auch diese zentralen Begriffe.
Wir veröffentlichen hier keine News und Ergebnisse, doch diese Meldung ist besonders: Der Deutsche Petanque Verband (DPV) bewirbt sich als Ausrichter der Petanque-WM 2028 in München.
Es ist kein Geheimnis, dass DPV-Präsident Michael Dörhöfer selbst in München lebt, nur wenige Gehminuten vom Hofgarten entfernt, wo sein Verein, die 1. Münchner Kugelwurf-Union (1. MKWU), jedes Jahr das Hofgarten-Turnier ausrichtet.
Dass Petanque auch einer guten Sache dienen kann, zeigt ein Benefiz-Turnier in Kochel am See in Oberbayern. Das Ergebnis: Über 40 Spielende nahmen teil, und sie spendeten über 1.200 Euro.
Die Begrüßung und Turnier-Eröffnung übernahm Jens Müller, Bürgermeister von Kochel am See. Gespielt wurde im Modus Triplette Melee, für das Kinder des Blinden-Institutes München die Teams aus den Töpfen Leger, Schießer und Milieu sowie die Paarungen der ersten Runde auslosten. Neben dem Haupt-Turnier gab es auch einen Lege- und Schieß-Wettbewerb.

Auf der Website von Obut taucht eine neue Boule-Kugel auf: Die „Boule Noire COU“ (COU). In Frankreich kostet sie 95 Euro und ist als Turnier-Kugel von der FIPJP zugelassen. Damit richtet sie sich an Spieler, die mehr wollen als eine Freizeit-Kugel, aber noch nicht in die Oberklasse investieren möchten.
Zu Weihnachten meinte es meine Frau gut mit mir: Unterm Tannenbaum liegt ein Karton mit der „La Continental“ von Boulenciel. Also habe ich jetzt auch eine, denn der italienische Hersteller hat sich in den letzten Jahren vom Exoten zur festen Größe auf unseren Boule-Plätzen entwickelt.
Die größte Überraschung kommt auf dem Boule-Platz: Ich lege
Die Idee stammt vom Boule Club Würzburg: Ein Petanque-Turnier auf mehreren Plätzen rund um die Stadt, und man radelt von Platz zu Platz. Seit 2020 findet das „Boule & Bike“ statt, das immer wieder die Teilnehmer begeistert.
Wie ein Petanque-Verein den Mitgliedern viel bieten kann, macht die 1. Münchner Kugelwurfunion