Im Reglement des Petanque-Weltverbandes FIPJP (Artikel 2) sind „Boules Truquées“ erwähnt, also verfälschte Boule-Kugeln. Aber keine Marken-Fälschungen (z.B. gefälschte Logos), sondern nachträglich manipulierte Kugeln.
Reguläre Petanque-Kugeln müssen hohl sein und dürfen nach der Herstellung keine Veränderungen erfahren. Zur Manipulation sind zwei Verfahren bekannt:
- „Farcies“ bedeutet etwa „gefüllt“, also Kugeln, deren Hohlraum nachträglich manipuliert wurde. Untersagt ist das Einfüllen von Material wie Quecksilber, Sand, Blei, schwere Öle oder Gas
- Auch das nachträgliche „Recuire“ (Ausglühen/Erhitzen), um die Härte zu verändern, ist unzulässig.
Warum verboten?
- Eine regelkonforme Turnier-Kugel ist hohl und ausgewogen. Wird etwas (oft ca. 30 bis 80 g) Quecksilber durch ein winziges Loch eingefüllt und das Loch wieder verschlossen, ändert sich das Trägheits-Verhalten: Die Kugel bleibt beim Legen im unebenen Gelände besser liegen, rollt weniger und hält die Linie besser
- Recuire (Ausglühen) macht die Kugel weicher und besser für bestimmte Spiel-Techniken
- Das Verändern verschafft dem Spieler einen unfairen Vorteil und verstößt gegen das Fair Play.
Nach dem Reglement reichen die Sanktionen vom sofortigen Ausschluss aus dem Wettbewerb (inkl. Partner), Lizenz-Entzug bis zur Sperre von 2 Jahren oder mehr.
Auf Turnieren der FIPJP dürfen Schiedsrichter und Turnier-Leitung die Kugeln der Teilnehmer jederzeit kontrollieren, und zwar mit Waage, „Assiette/Boulhonnête“ (Schwingplatte), Härte-Messgerät oder sogar Röntgen. Die „Boulhonnête“ zum Erkennen von Flüssigkeit oder Fremdkörpern in einer Pétanque-Kugel ist sogar patentiert.
Wer wurde ertappt?
Ein frühes Beispiel liefert ein Bericht der Tageszeitung „Le Monde“ aus 1962: Dort wird ein Betrüger-Ring beschrieben, bei dem ein ehemaliger französischer Meister die „Boules Truquées au Mercure“ geliefert, also mit Quecksilber gefüllt haben soll.
Bei der EM 2016 in Monaco wurde die deutsche Mannschaft sogar wegen „Farcies“-Kugeln disqualifiziert. Und zwar so: Nach einer Reklamation kontrollierten und öffneten die Schiedsrichter deren Kugeln. Und entdeckten nachträglich gefüllte Kugeln, das reichte zum Ausschluss der gesamten Mannschaft.
Das Fazit
Ob Quecksilber, Sand oder heimliches Ausglühen: Wer seine Kugeln manipuliert, pfeift nicht nur aufs Regelwerk, sondern auch auf das Vertrauen der Mitspieler. Zum Glück – oder hoffentlich – sind manipulierte Kugeln auf unseren Boule-Plätzen noch eine ganz, ganz seltene Ausnahme.
Nach dem Turnier trafen Anke Feil und Frank Jermann (Foto) aus Hessen die Spieler in Rognac bei Marseille zu einem Interview. Das transkribierte Gespräch ist auf
Heute spielten wir wieder im Hofgarten in München. Die übliche Crowd war da: Erlesene Vereins-Spieler, die würdevoll unter sich bleiben, lockere Runden und eine Durchreise-Gruppe aus der Schweiz.
Taktik: Wann schießen?
Boule oder Pétanque ist schnell gelernt – und doch haben die Spieler ganze eigene Ausdrücke. Wer zum ersten Mal auf dem Platz steht, hört einiges, was zunächst rätselhaft klingt. Darunter auch diese zentralen Begriffe.
Wir veröffentlichen hier keine News und Ergebnisse, doch diese Meldung ist besonders: Der Deutsche Petanque Verband (DPV) bewirbt sich als Ausrichter der Petanque-WM 2028 in München.
Es ist kein Geheimnis, dass DPV-Präsident Michael Dörhöfer selbst in München lebt, nur wenige Gehminuten vom Hofgarten entfernt, wo sein Verein, die 1. Münchner Kugelwurf-Union (1. MKWU), jedes Jahr das Hofgarten-Turnier ausrichtet.
Dass Petanque auch einer guten Sache dienen kann, zeigt ein Benefiz-Turnier in Kochel am See in Oberbayern. Das Ergebnis: Über 40 Spielende nahmen teil, und sie spendeten über 1.200 Euro.
Die Begrüßung und Turnier-Eröffnung übernahm Jens Müller, Bürgermeister von Kochel am See. Gespielt wurde im Modus Triplette Melee, für das Kinder des Blinden-Institutes München die Teams aus den Töpfen Leger, Schießer und Milieu sowie die Paarungen der ersten Runde auslosten. Neben dem Haupt-Turnier gab es auch einen Lege- und Schieß-Wettbewerb.

Auf der Website von Obut taucht eine neue Boule-Kugel auf: Die „Boule Noire COU“ (COU). In Frankreich kostet sie 95 Euro und ist als Turnier-Kugel von der FIPJP zugelassen. Damit richtet sie sich an Spieler, die mehr wollen als eine Freizeit-Kugel, aber noch nicht in die Oberklasse investieren möchten.
Zu Weihnachten meinte es meine Frau gut mit mir: Unterm Tannenbaum liegt ein Karton mit der „La Continental“ von Boulenciel. Also habe ich jetzt auch eine, denn der italienische Hersteller hat sich in den letzten Jahren vom Exoten zur festen Größe auf unseren Boule-Plätzen entwickelt.
Die größte Überraschung kommt auf dem Boule-Platz: Ich lege
Wie ein Petanque-Verein den Mitgliedern viel bieten kann, macht die 1. Münchner Kugelwurfunion