Schwierig war noch nie so einfach

Prüfung zum Boule-Sportabzeichen im Hofgarten in München.

Wie kommt das neue Boule-Sportabzeichen bei den Spielern und Vereinen an? Wir waren bei einem Prüfungstermin in München vor Ort. Dabei kam eine Besonderheit vor allem den Einsteigern entgegen.

Um den Breitensport zu beleben, führte der Deutsche Pétanque Verband (DPV) im Herbst 2020 das Boule-Sportabzeichen (BSA) ein. Zurzeit liegt es an den Boule-Vereinen, eigene Mitglieder als Prüfer schulen zu lassen und die Prüfungen zum BSA auf einem geeigneten Gelände auszurichten.

Wir waren in München, wo die 1. MKWU (1. Münchner Kugelwurfunion, rund 165 Mitglieder) im Hofgarten die ersten Prüfungen zum BSA abhielt. Die Termine waren mehrere Wochen vorher im Internet veröffentlicht worden, die Anmeldungen versprachen eine rege Beteiligung.

Die Prüfungsbahnen müssen auf den cm stimmen. Christian Tanneur (r.) und Uli Moritz messen sehr präzise

Eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn treffen die beiden Prüfer Christian Tanneur und Uli Moritz ihre Vorbereitungen. Mit dem Maßband markieren sie die Bahnen zum Legen und Schießen. Es ist ein sonniger Tag im Herbst, der Hofgarten füllt sich heute bestimmt wieder mit Boule-Spielern aller Leistungsklassen.

Auch die ersten Kandidaten erscheinen pünktlich, die Prüfung kann beginnen. Zum Bestehen sind je drei Lege- und Schießprüfungen zu absolvieren. Zuvor aber sind die Startkarten auszufüllen, mit denen die Prüfung dokumentiert werden soll. Insgesamt kann ein Spieler 126 Punkte erzielen, die für Bronze (45), Silber (60) oder Gold (75) ausreichen.

Und jetzt geht’s los. Mit einem Klemmbrett ausgestattet, überwachen Christian das Legen und Uli das Schießen. Den Spielern werden mehrere Übungswürfe erlaubt, bevor es ernst wird. Der Umgangston ist freundlich, es gibt viele aufmunternde Worte. Die Prüfer sind bemüht, den Spielern das Lampenfieber oder die Nervosität zu nehmen.

Auf der Jagd nach diesen Abzeichen: Die Prüfungen im Hofgarten in München verliefen sehr erfolgreich. Foto (1): DPV

Die Spieler haben sechs Kugeln für je drei Aufgaben in beiden Disziplinen. Auf dem Klemmbrett notieren Christian und Uli alle Punkte der einzelnen Würfe und teilen sie den Spielern mit. Dann werden die Bahnen gewechselt. Bald sind die beiden Durchgänge geschafft, die Spieler und Prüfer wirken erleichtert.

Und jetzt die Besonderheit: Wer mit seiner Prüfung oder Teilen davon nicht zufrieden ist, darf sie am gleichen Tag wiederholen. Das liegt offenbar in der Absicht des DPV, damit auch Einsteiger das BSA in Bronze erfolgreich ablegen können.

Die Urkunden und Abzeichen für die bestandene Prüfung werden jedoch nicht auf dem Platz ausgegeben, sondern erst von der Arbeitsgruppe BSA des DPV ausgestellt und verschickt.

Das Fazit: An diesem Tag in München sind 13 Teilnehmer angetreten, zwei davon schaffen das BSA in Gold, sieben in Silber und vier das Bronze-Abzeichen. Eine solide Bilanz, man darf auf die nächsten Prüfungen zum BSA schon gespannt sein.

Weitere Infos: www.mkwu.de

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