Das Herz des neuen Petanque-Clubs schlägt im Münchner Stadtteil Nymphenburg. Foto (1): privat
Es ist erfreulich, dass in München und Oberbayern immer mehr neue Boule-Clubs entstehen. Nach dem BPV Kolbermoor im Kreis Rosenheim und der SG Pétanque Dachau wurde auch in München eine neue Spielergemeinschaft gegründet.
Der Petanque Club Nymphenburg hat seinen Sitz auf dem Gelände des Park Club Nymphenburg in der Stievestraße 15. Gründer und Vorsitzender ist Axel Gillmann (52), BPV-Schiedsrichter und zuvor Ligaspieler für die 1. MKWU in München.
Vorsitzender des neuen Boule-Vereins ist Axel Gillmann
Zurzeit plant der Petanque Club Nymphenburg die Aufnahme als gemeinnütziger Verein ins Vereinsregister sowie die Teilnahme am Ligabetrieb des Bayerischen Petanque Verbandes (BPV).
Dass mit den Spielern des neuen Vereins zu rechnen ist, belegt die erste Prüfung zum neuen Boule-Sportabzeichen (BSA) des DPV in München: Ein Abzeichen in Silber und das Bronze-Abzeichen für die erste Frau, die sich im Hofgarten dieser Prüfung unterzog.
Einer der schönsten Boule-Platze des Landes: Der Hofgarten in München
Wer in München Boule spielen möchte, hat viel Auswahl. Freie Plätze, ruhige Parks oder an der Isar, wo die Flöße ankommen. Aber hier im Hofgarten schlägt das Herz des Petanque.
Zentraler geht’s fast nicht. Am Nymphenbrunnen im Hofgarten trifft sich alles: Vereinsspieler, Ligaspieler, Gelegenheitsspieler, Touristen. Ist aber schwer mit dem Auto zu erreichen. Wer viel Glück hat, findet in der Galeriestraße einen gebührenpflichtigen Parkplatz. Oder man nimmt gleich eine der 4 U-Bahnen (U3/4/5/6) und 2 Buslinien (100 und 153).
Dank der guten Drainage kann man im Hofgarten in München fast das ganze Jahr Boule spielen
Der Platz ist unterschiedlich schwierig zu bespielen: Insider kennen ihre „Steinpisten“ oder das „Katzenklo“. Durch ein leistungsfähiges Drainage-System ist der Platz nach einem heftigen Regenguss innerhalb kurzer Zeit wieder bespielbar.
An diesem belebten Ort lässt sich auch gut einkehren. Zur Gastronomie gehören zwei Highlights: Schumann’s Bar, bekannt für ihre erlesenen Cocktails und für viele Deutschlands beste Bar, sowie das Tambosi mit seiner Sonnenterrasse am Odeonsplatz, Restaurant, Bar und Biergarten im Innenhof. Dazu kommt eine Filiale des Starbucks.
Einer der wenigen Tage, an denen im Hofgarten in München kein Petanque gespielt wird
Aber wem gehört der Hofgarten, wer hat hier das Sagen? Für den Hofgarten ist nicht die Landeshauptstadt München, sondern der Freistaat Bayern zuständig. Genauer gesagt die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.
Der Unterschied, ob du hier Boule spielen darfst oder nicht
Diese Behörde regelt in den Anlagenvorschriften, was im Hofgarten erlaubt und verboten ist:
„Das Boule-Spiel ist mit Ausnahme des Leibregimentswegs in folgenden Bereichen geduldet, sofern die Spieler die im Verkehr erforderliche Sorgfalt walten lassen:
Nordseite auf der Fläche, wo sich in angrenzenden Gebäuden im Obergeschoss nur eine Reihe Fenster befindet.
Südseite parallel zur Hofgartenstraße
Westseite zwischen den beiden gastronomischen Freischankflächen.“
Der Leibregimentsweg an der Ostseite des Hofgartens gehört zur Sicherheitszone um die bayerische Staatskanzlei, daher ist das Boule-Spielen dort nicht erlaubt.
Höhepunkt des Petanque-Jahres ist das Hofgartenturnier im Juli
Viele Boule-Spieler im Hofgarten gehören dem Verein „1. Münchner Kugelwurf-Union“ (1. MKWU) an. Der Club hat rund 180 Mitglieder und mehrere Mannschaften, die im Ligabetrieb mitspielen.
Der jährliche Höhepunkt für die Boule-Gemeinde ist das Hofgartenturnier. Es findet seit 1983 am Wochenende um den 14. Juli statt, wenn die Franzosen ihren Nationalfeiertag begehen. Das Turnier gehört zu den drei großen Boule-Events in Deutschland und zählte zuletzt über 200 Mannschaften. Das Hofgartenturnier ist lizenzfrei und wird als Triplette gespielt.
Kurz: Der Hofgarten ist es wert, auf dem Weg nach München die Boule-Kugeln mit einzupacken.