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Boule-Kugeln Tagebuch

Im Test: „La Continental“ von Boulenciel

Zu Weihnachten meinte es meine Frau gut mit mir: Unterm Tannenbaum liegt ein Karton mit der „La Continental“ von Boulenciel. Also habe ich jetzt auch eine, denn der italienische Hersteller hat sich in den letzten Jahren vom Exoten zur festen Größe auf unseren Boule-Plätzen entwickelt.

Boulenciel ist eine Marke von „Data F“, gegründet 1952 von Ferdinando Data in Pinasca bei Turin. Das Unternehmen hat sich auf Feinmechanik für die Luftfahrt spezialisiert, die Produktion von Boule-Kugeln entstammt dem Hobby des Gründers.

Erster Eindruck: So geht italienische Eleganz. Minimales Design, präzise Verarbeitung und ein eigener Stil. Als Karbon-Kugeln tragen sie einen schwarzen Schutz-Lack, der sich mit der Zeit abspielt. Boulenciel behauptet aber, dass die Beschichtung besonders langlebig ist. 

Das Auffällige: Neben den vorgeschriebenen Angaben sind die Initialen des Firmengründers Ferdinando Data in einer stilisierten Jugendstil-Schrift eingraviert.

Ein Aufkleber auf dem Karton beschreibt die Daten der Kugel: Durchmesser, Gewicht, Modell, Code-Nummer und die Angabe der Kugel-Härte mit „1/2 T“. Das „T“ müsste für „Tendre“ stehen, also ist diese Kugel halb-weich für den Schießer und Milieu.

Die „La Continental“ kommt ohne Riffelung aus. Andere Modelle von Boulenciel haben lebhafte Muster und Gravuren oder farbige Punkte aus Kautschuk, anfangs gegen den Widerstand der Petanque-Verbände. Auch langjährige Petanque-Puristen werten diese Modelle noch als „Damen-Kugeln“.

Das Sortiment bewegt sich überwiegend im oberen Preis-Segment – auch, weil viele Varianten aus Durchmesser und Gewicht angeboten werden. Die „La  Continental“ ist etwas günstiger, da es sie nur in einer reduzierten Auswahl gibt.

Der größte Unterschied für mich: Ich habe bisher mit einem Durchmesser von 73 mm gespielt, die neue misst nur 72 mm. Das verändert das Gefühl in der Hand  – die Kugel greift sich kompakter, die Haptik des Stahls passt mega.

Die größte Überraschung kommt auf dem Boule-Platz: Ich lege  präziser, und beim Schießen treffe ich konstanter. 

Macht nur 1 mm Durchmesser wirklich so einen riesigen Unterschied? Der Umfang einer Boule-Kugel wird jedoch mit der Zahl Pi (3,14) berechnet. Also bedeutet die Differenz zwischen 72 mm und 73 mm Durchmesser rund 3,14 mm mehr Umfang.

Und jetzt meine Mitspieler:

  • „Da ist GPS drin!“, witzeln einige
  • „Die schwarze Bombe!“, jammern andere nach einem satten Carreau
  • „Du wirst sie lieben“, verspricht mir eine Boule-Freundin aus Österreich.

So ist es gekommen.

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Boule-Kugeln

Diese Kugeln siehst du selten

Wer preisgünstige Boule-Kugeln sucht, sollte ab hier nicht weiterlesen, denn neben den großen Anbietern aus Frankreich gibt es noch zwei sehr feine Marken aus Italien. Faustregel: Unter 200 Euro ist kein Satz dieser Kugeln zu kriegen.

Ziemlich verballert, da superweich. Das ist das Schicksal einer Schießerkugel wie diese hier von Unibloc

Von Unibloc kommt die Reihe ETR, mit einer Härte von 110 eine superweiche antimagnetische Messingkugel. Die Kugeln haben eine gebürstete Oberfläche und werden aus weißer oder goldener Bronze gegossen. Laut Hersteller sind diese Kugeln für einen geraden Lauf besonders ausbalanciert.

Boulenciel ist eine Marke von Data F, einem italienischen Hersteller von feinmechanischen Baugruppen. Aufgrund einer Leidenschaft für Boccia nahm das Unternehmen aus der Nähe von Turin auch die Produktion hochwertiger Boccia- und Petanquekugeln auf.  

Die Reihen Venus, Merkur, Saturn und Mars sind in Inox- und Karbonstahl erhältlich. Da die Kugeln von außen und von innen gedreht und feingeschliffen werden, erhalten sie – laut Hersteller – den weltbesten Rundheitsgrad und Geradeauslauf. So wird die Genauigkeit des Kugeldurchmessers mit ± 0,02 mm und der Gleichlauf mit ≤ 0,1% des Kugelgewichtes angegeben.

Die Reihe Iris von Boulenciel hat statt einer Riffelung gleichmäßig verteilte Näpfchen mit einer auffälligen Farbmasse aus gehärtetem Kautschuk. Obwohl lange misstrauisch beäugt, haben die Kugeln inzwischen die Zulassung der FFPJP (Fédération Française de Pétanque et Jeu Provençal) und dürfen dadurch auch bei lizenzpflichtigen Turnieren eingesetzt werden.

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