Was spielt ihr da?

Drei Schritte Anlauf sind beim Jeu Provencale vorgeschrieben, einem Vorläufer des heutigen Petanque

Boule, Boccia, Petanque, Bowls: Bei den gängigen Kugelspielen versuchen zwei Mannschaften, ihre Kugeln so nahe wie möglich an eine Zielkugel zu werfen. Die wichtigsten Unterschiede:

    • Beim französischen Boule Lyonaise haben die Teams einen bis vier Spieler. Das Feld misst 3 x 27,5 m und ist mit Banden und Linien unterteilt. Das Spiel wird bis 13 Punkte oder über einen Zeitraum von 1,5 oder 2 Stunden ausgetragen.
    • Das Jeu Provencal wird mit drei Schritten Anlauf gespielt. Das Feld misst 18 x 24 m. Der Spieler muss vor seinem Wurf ansagen, ob er schießen oder legen möchte.
Petanque ist nicht das einzige Kugelspiel. Es gibt auch noch das Jeu Provencal, Boccia, Bowls, Platteln und Boßeln
  • Im südfranzösischen La Ciotat schaffte der Boulespieler Jules Le Noir Anfang des 20. Jahrhunders nicht mehr die Anlaufschritte des Jeu Provençal. Ein Freund erfand für ihn ein Spiel mit weniger Entfernung und ohne Anlauf. Er nannte es auf Provencalisch „ped tanco“, das bedeutet „Geschlossene Füße“ – und voila, der Siegeszug des Petanque begann. 
  • Aus Italien stammt Boccia, das auf eingefassten Bahnen gespielt wird. Die Bahn sollte 26,50 m × 4,50 m groß sein, die Kugeln haben einen Durchmesser von 107 mm und ein Gewicht von 920 g, sind also viel größer und schwerer als beim Petanque. Der Volo ist ein Wurf, der dem Legen beim Petanque entspricht. Vor dem Schießen oder Raffa muss ein Spieler ansagen, welche Kugel er treffen möchte.
  • Beim englischen Bowls werden Kugeln aus Kunststoff auf eine Zielkugel (Jack oder Kitty) gespielt. Das Feld sollte zwischen 31 m und 40 m lang und von einer Rinne umfasst sein. Je nach Anzahl der Spieler hat jeder zwei bis vier Kugeln, die von einer Matte aus geworfen werden.
  • Im Alpenraum haben sich lokale Plattenwurfspiele (Platteln) gehalten, in Österreich auch mit Vereinen und Landesverbänden. Eine der vielen Varianten erlaubt Wurfplatten mit Stollen und Zacken, die auf Bahnen mit 18 m auf einen Holzwürfel geworfen werden.
  • Beim norddeutschen Boßeln wird eine Kugel über freie Flächen, Straßen oder befestigte Wege gespielt. Regeln und Wurftechnik sind regional verschieden, es gibt Punktspiele und Meisterschaften.