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Anfänger Tagebuch

Begriffe, die nur Boule-Spieler kennen

Boule oder Pétanque ist schnell gelernt – und doch haben die Spieler ganze eigene Ausdrücke. Wer zum ersten Mal auf dem Platz steht, hört einiges, was zunächst rätselhaft klingt. Darunter auch diese zentralen Begriffe.

Aufnahme

Eine Aufnahme ist der Spiel-Abschnitt vom Auswurf der Zielkugel (Schweinchen, Sau, Cochonnet) bis zur Auswertung der Punkte. Eine Partie besteht aus mehreren Aufnahmen, mal nur ein Punkt, maximal aber 6 Punkte, bis eine Mannschaft 13 Punkte erreicht. Wenn Einsteiger den Begriff nicht kennen, sagen sie häufig „Runde“ oder „Spielchen“, aber sie meinen eine Aufnahme.

Drehen

Im Team gibt es klassische Rollen: Der Leger (Pointeur) spielt seine Kugeln möglichst nah ans Schweinchen, und der Schießer (Tireur) ballert gegnerische Kugeln weg. Dazwischen spielt im Triplette der Milieu (Mittel-Spieler), der beides können sollte. „Drehen“ bedeutet, dass diese Rollen während einer Aufnahme gewechselt werden. Nicht zu verwechseln mit „Tauschen“ oder „Wechseln“.

Fanny

Die schlimmste Niederlage ist 0:13, genannt eine „Fanny“. Die Legende erzählt von einer französischen Kellnerin namens Fanny, der solche Verlierer früher ihren Hintern küssen mussten. Waren wohl etwas frivol, die alten Franzosen, doch der Begriff hat sich bis heute gehalten.

Leer

„Ich bin leer“ oder „Die sind leer“ heißt: Eine Mannschaft oder ein Spieler hat keine Kugeln mehr. Dann darf die andere Seite ihre restlichen Kugeln ungestört spielen und Punkte sammeln. Wer leer ist, steht unter Druck – und hofft, dass der Gegner nicht zu viele Punkte macht.

Triplette – Doublette – Tete-a-tete

Im Boule oder Petanque spielen zwei Mannschaften gegeneinander. Folgende Paarungen sind üblich:

  • Triplette: 3 Spieler gegen 3 Spieler, jede/r hat 2. Kugeln
  • Doublette: 2 Spieler gegen 2 Spieler, jede/r hat 3 Kugeln
  • Tête-à-tête: 1 Spieler gegen 1 Spieler, jede/r hat 3 Kugeln

Nicht im Reglement vorgesehen, aber gängig ist das Spiel 3 gegen 2 Spieler. Im Team mit 2 Spielern hat jede/r 3 Kugeln, im Team mit 3 Spielern hat jede/r 2 Kugeln. Diese Variante hat unterschiedliche Namen, z.B. „ein Kaputter“, weil die klassische Triplette nicht erreicht wird.

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Tagebuch Turniere

Großzügig gespendet

Dass Petanque auch einer guten Sache dienen kann, zeigt ein Benefiz-Turnier in Kochel am See in Oberbayern. Das Ergebnis: Über 40 Spielende nahmen teil, und sie spendeten über 1.200 Euro.

Der Erlös ging zu gleichen Teilen an den Kinder- und Jugend-Förderverein der Gemeinde Kochel am See und die Kinder des Blinden-Instituts München. Der bisherige Rekord-Erlös lag bei 2.600 €. Die Summe setzt sich aus Turnier-Erlösen und Spenden zusammen, auch von einem Spender aus der Region Ammersee, der zum vierten Mal in Folge 200 € gespendet hat.

Die Begrüßung und Turnier-Eröffnung übernahm Jens Müller, Bürgermeister von Kochel am See. Gespielt wurde im Modus Triplette Melee, für das Kinder des Blinden-Institutes München die Teams aus den Töpfen Leger, Schießer und Milieu sowie die Paarungen der ersten Runde auslosten. Neben dem Haupt-Turnier gab es auch einen Lege- und Schieß-Wettbewerb.

Initiator des vierten Benefiz-Turniers dieser Art ist Guido Kuhn, Integrations-Helfer im Blinden-Institut in München-Neuhausen. „Aus der Idee, spielerisch Gutes zu tun, fand 2022 das erste Boule-Benefiz-Turnier mit 36 Spielenden bei der Petanque Cooperative Sauerlach statt,“ erinnert sich Guido. „2024 kam es zu einer Rekord-Teilnahme mit 66 Spielenden beim SV Kochel am See.“

Die meisten Teilnehmer stammen aus der Region, aber auch aus Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz. Trotz sportlicher Konkurrenz stand für Guido Kuhn am Ende vor allem eines im Vordergrund: „Auf dem Sieger-Podest aller Benefiz-Turniere stehen nicht die Spielerinnen und Spieler, sondern wie immer die Kinder und Jugendlichen!“

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Boule-Kugeln

Warum nur zwei?

Anfangs wurde Petanque nur als Triplette mit zwei Kugeln gespielt – Die Kugeln waren nur im Doppelpack erhältlich

Bei eBay und auf unseren Boule-Plätzen sieht man gelegentlich Kugeln im Zweier-Satz. Meistens sind diese Kugeln schon recht betagt, zu erkennen an ihren Tragetaschen aus verschlissenem Leder oder an einer Marke, die schon längst vom Markt verschwunden ist. Mit ihnen kann man Triplette spielen, mehr aber nicht.

Aber wieso wurden früher nur zwei Boule-Kugeln als kompletter Satz angeboten? Die Antwort gibt ein US-amerikanischer Blog zum Thema „Alles über Petanque“. Dort ist sinngemäß zu lesen:

In den ersten Jahren des Petanque wurde das Spiel immer nur als Triplette ausgetragen: Zwei Teams mit je drei Spielern und je zwei Kugeln. Noch heute gilt die Triplette als die Königsdisziplin des Petanque. Mit zwei Kugeln war man dabei, also warum mehr kaufen?

1959 gab die 1945 gegründete FIPJP ein neues Regelwerk heraus, das auch die Variante des Doublette mit zwei Spielern und je drei Kugeln im Turnier zuließ. 

Mit der offiziellen Zulassung wurde die Doublette schnell populär, denn vier Spieler finden sich schneller zusammen als sechs. (Zur Not können auch fünf Spieler gegeneinander antreten, und zwar ein Zweier-Team mit je 3 Kugeln gegen ein Dreier-Team mit je 2 Kugeln.)

Sehr wechselhaft waren auch die Regeln für das Einzelspiel, das Tete-a-Tete.

  • 1959: Die offiziellen Petanque-Regeln schreiben vor, dass ein Tete mit vier Kugeln gespielt werden muss
  • 1972: Zum Tete darf darf man wahlweise 3 oder 4 Kugeln verwenden
  • 1980: Tete ist nur noch mit 3 Kugeln erlaubt

Die frühen Doublette- und Tete-Spiele hatten nur einen Haken: Man benötigte drei oder vier Kugeln statt wie bisher nur zwei. Damit sich die Spieler nicht mit gemischten Kugelsätzen behelfen mussten, stellten die Hersteller der Boule-Kugeln auf Dreiersätze um. Dadurch ging die Nachfrage nach 2er-Kugelsätzen stetig zurück, und Marktführer Obut stellte im Jahr 2012 den Verkauf von Wettkampfkugeln in Zweiersätzen endgültig ein.

Quelle: https://petanque.wordpress.com/2022/07/15/two-boules-in-a-leather-carrier-why/

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