Neues und Bekanntes vom Wurfkreis

Das ist neu: Der faltbare Wurfkreis von Koodza hat die offizielle Zulassung zu Petanque-Turnieren erhalten. Der Hintergrund: Bei dem Wurfkreis von Koodza handelt es sich um eine faltbare Konstruktion, die sich schnell und ohne Zutun zum Kreis entfaltet. Die einzelnen Glieder sind durch Gummistreifen verbunden, die sie in die gewünschte Form bringen. Die Praxis muss zeigen, wie lange dieser Mechanismus funktioniert, denn der Ring ist noch nicht so lange am Markt.
Koodza ist eine Eigenmarke der französischen Sportkette Decathlon. Die Boule-Kugeln und das Zubehör von Koodza erhält man im Online-Shop oder einer Filiale von Decathlon.
Was sagt das Reglement?
Dass Boule aus einem Wurfkreis gespielt wird, ist klar. Artikel 6 des offiziellen Petanque-Reglements legt die Regeln zum Einsatz des Wurfkreises fest. Demnach darf man einen Kreis mit einem Durchmesser von 35 cm bis 50 cm auf den Boden zeichnen, mit dem Schuh, einem Nagel oder Ast.
Oder man nimmt einen starren oder faltbaren Wurfreif mit einem Innendurchmesser von 50 cm, der vom internationalen Verband FIPJP zugelassen ist.
- Auf jeden Fall muss ein faltbarer oder starrer Wurfreif schon vor dem Auswerfen der Zielkugel markiert werden.
- Wenn ein Veranstalter oder die gegnerische Mannschaft einen Wurfreif anbietet, muss dieser benutzt werden.
- Der Wurfkreis muss mehr als 1 m von einem Hindernis und mehr als 1,5 m vom nächsten Wurfkreis oder einer Zielkugel liegen.
- Der Spieler muss im Innern des Wurfkreises stehen und den Ring nicht berühren oder übertreten. Erst wenn die geworfene Kugel den Boden berührt hat, darf der Spieler den Kreis vollständig verlassen
- Wenn eine Mannschaft, die noch Kugeln hat, den Kreis innerhalb einer Aufnahme aufhebt, darf sie ihre Kugeln nicht mehr spielen! Der Wurfreif gilt dann als aufgehoben, wenn er keine Berührung zum Boden mehr hat.

Eine Perle unter den Boule-Plätzen in Paris zittert um ihre Existenz. Seit Jahrzehnten wird auf dem beschaulichen Platz in Montmartre gemeinsam Boule gespielt. Vielleicht ändert sich das in Kürze.
Der Club Lepic Abbesses Pétanque (CLAP) wurde 1971 gegründet, mitten auf dem Montmartre im Herzen von Paris. Ein Jahr später fand der Club auf einem 750 qm großen, verlassenen Gelände in der Avenue Junot 17 bis 23 seine Heimat. Diese Lage ist eines der letzten Überbleibsel der alten „Maquis de Montmartre“.
Montmartre war ja nicht immer die charmante Künstler-Idylle, wie man sie heute kennt. Im 19. Jahrhundert war die Gegend ein verkommenes Ödland vor der Stadt Paris. Hier gab es die Steinbrüche, von denen das Material für die Baustellen in Paris stammte. Entsprechend die Bevölkerung, vor allem Rand-Existenzen, die sich eine Unterkunft in der Stadt nicht leisten konnten.
Die Boule-Spiele in Montmartre begannen Mitte des 19. Jahrhunderts in damals ländlicher Umgebung, die allmählich urbanisiert wurde. Denn auch Paris hatte seine Gentrifizierung, der Montmarte bildete keine Ausnahme. Die Lage war optimal, sodass Immo-Unternehmer ein Luxus-Viertel um die Avenue Junot entwickelten.

Heute betreibt der CLAP in Montmartre acht Boule-Bahnen und ein Club-Haus. Mit 257 Lizenzen hatte der Club 2022 sogar die meisten Lizenz-Spieler in Paris. Nach dem ersten Pariser Meistertitel in 1993 wurde CLAP 2019 und 2022 Meister der Pariser Clubs, Finalist der Pariser Meisterschaft und Finalist des Paris Doublette-Pokal 2022.
Im September 2022 erfuhren die Mitglieder, dass ein Immo-Unternehmen das begehrte Gelände an der Avenue Junot übernehmen wollte. Private Investoren interessierten sich für das Grundstück und seine kommerzielle Nutzung. Immerhin mit dem Versprechen, dass alles „wie zuvor, aber besser“ sein werde.
Doch die Boule-Spieler des CLAP wehren sich: Der Boule-Platz ist seit 1991 geschützt, behaupten sie, dank Artikel L.341-10 des Umweltgesetzes: „Naturdenkmäler oder klassifizierte Stätten dürfen ohne besondere Genehmigung weder zerstört noch in ihrem Zustand oder Aussehen verändert werden.“
Die Stadt Paris habe auch nicht beschlossen, ein Gebäude auf dem Grundstück der Avenue Junot zu errichten zu lassen, lediglich einen „Aufruf zur Interessen-Bekundung“ über das vom CLAP genutzte Gelände gestartet.
Wie die Angelegenheit zwischen Boule-Club und Investor weiter geht, ist offen.
Quelle: www.clap-montmartre.fr
Was gibt’s, was gab’s?

Der neue Katalog von Bouli ist angekommen, Ausgabe Nr. 14 von 2023. Wie gewohnt im praktischen Format A5, 64 Seiten, Auflage 2.500 Exemplare. Damit ist Bouli der einzige Fachhändler, der seinen Kunden so ein umfassendes Info-Paket bietet.
Auf 2,5 Seiten werden die Boule-Kugeln von Boulenciel präsentiert, die auf unseren Plätzen immer häufiger zu sehen sind. Aber Spaß kostet. Von dem italienischen Hersteller ist kein Modell für weniger als 200 Euro zu kriegen. Die Boulenciel Iris für 310 Euro wird im Preis nur noch von der Obut ATX mit 319 Euro übertroffen.
Sehr praktisch die Infoseiten über die aktuellen Petanque-Regeln, die Auswahl der richtigen Boule-Kugel, Merkmale einer Turnierkugel und die wichtigsten Hersteller, dazu vier Seiten mit Bekleidung. Gerade für Einsteiger eine Sammlung wertvoller und nützlicher Ratschläge.
Der neue Katalog ist kostenlos, man kann ihn unter info@bouli.de anfordern.
Ein Rückblick
Ich habe meinen ersten Katalog von Bouli herausgekramt, es ist die Ausgabe 9 von 2018. Schon damals erschien das Werk im A5-Format, aber noch mit 72 Seiten, davon vier Blanko-Seiten für eigene Notizen.
Im Vorwort heißt es: „Die Kugelhersteller haben einige Modelle vom Markt genommen“ – einige Marken sind auch ganz verschwunden, darunter La Boule Integrale. Die letzte Kugel war die As de Carreau aus Messing, Härte 110 und im Holzkoffer für 249 Euro. Wurde die nicht die „Klingelkugel“ genannt, weil sie beim Rollen so seltsam schepperte?
Für Integrale kam Boulenciel. Zwei Marken, die damals und heute bei Bouli nicht zu finden sind: La Franc aus Thailand und Unibloc aus Italien mit seinen sehr hochwertigen Boule-Kugeln aus Messing.
Auch 2018 bot der Bouli-Katalog einen wertvollen Info-Teil, damals noch mit den DPV-Spielregeln von 2010, die 2017 und 2021 aktualisiert wurden. Auf sieben Seiten wurde Bekleidung angeboten, darunter ganz neu die eigene Textil-Kollektion mit Vintage Druck.
Endlich wieder volles Programm!
Nach der Zwangspause gibt es wieder eine vollständige Petanque-Saison! Der Ligabetrieb läuft rund, und die Höhepunkte des Jahres sind drei große Turniere von der Ostsee bis München.
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Tradition im Herzen von Bayern
Das Hofgartenturnier in München (Foto) findet vom 14. bis 16. Juli statt. Der Termin ist leicht zu merken: Das Turnier findet am Wochenende um den 14. Juli statt, den französischen Nationalfeiertag.
Spielort ist der Hofgarten in München, zentraler geht’s nicht. Erwartet werden rund 200 Triplette-Teams, die frühe Anmeldung ist zu empfehlen. Eine Lizenz ist nicht erforderlich.
Seit 1983 wird das Hofgartenturnier von der 1. Münchner Kugelwurfunion ausgerichtet, ein Petanque-Verein mit 140 Mitgliedern und 6 Mannschaften im Ligabetrieb.
Weitere Infos: www.mkwu.de
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Größtes Petanque-Turnier bundesweit
Am 5. August 2023 beginnt das Holstentorturnier in Travemünde, einem Stadtteil von Lübeck an der Ostsee. 2022 fanden die Turniere am Samstag als Triplette und am Sonntag als Doublette statt. Beide Turniere waren auf 512 Teams limitiert.
Veranstalter ist die Compagnie de Boule Lübeck. Eine Lizenz ist nicht erforderlich, die Anmeldung beginnt am 1. März. Da der ausrichtende Verein in den letzten Jahren viele Scheinanmeldungen erhielt, wurden die Chancen auf einen Startplatz geschmälert. Zu jeder Anmeldung wird neuerdings ein Ausweis mit Passbild verlangt.
Weitere Infos: www.cdb-lübeck.de
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Einmaliges Ambiente
Der dritte Höhepunkt des Jahres ist das Schlossplatzturnier in Stuttgart. Es findet am 8. Oktober 2023 statt und wird als Triplette ausgetragen. Da es sich um ein Ranglistenturnier handelt, gilt Lizenzpflicht.
Das Turnier findet vor einer einmaligen Kulisse mitten in Stuttgart statt, dazu gehören zwei Kastanien-Alleen auf dem Schlossplatz sowie der Cour d’Honneur vor dem Schloss. Vom Hauptbahnhof sind es nur wenige Gehminuten.
Weitere Infos: www.bouleclub-stuttgart.de
Genau geregelte Details
Der DPV weist auf mehrere Regeln hin, die im Spielbetrieb 2023 eingehalten werden müssen.
- Probewürfe sind verboten
Artikel 18 des offiziellen Reglements verbietet ganz eindeutig, dass Spieler im Turnier auf freien Flächen ihre Probewürfe oder Schussübungen absolvieren. Das schafft nur Unruhe bei den Teilnehmern einer daneben laufenden Partie.
Wer trotzdem noch üben möchte, sollte bei der Turnierleitung oder dem Schiedsrichter nach einer für Probewürfe ausgewiesenen Fläche fragen. Das vermeidet Sanktionen nach Artikel 35 des Reglements, die von einer Verwarnung bis zur Disqualifikation reichen.
- Andere Sauschuss-Regelung im Nachspiel
Einige Turniere werden mit Zeit-Limit ausgetragen. Nach dem Signal des Turnierleiters wird entweder die aktuelle Aufnahme beendet oder eine bis zwei weitere Aufnahmen angehängt, falls das Spiel nicht mit einem Unentschieden enden darf.
Steht es nach der zweiten Nachspiel-Aufnahme immer noch unentschieden, wird eine weitere Aufnahme gespielt. In dieser dritten Aufnahme kann die Zielkugel nicht ungültig werden, selbst wenn sie ins Aus geht. Sollte sie den gültigen Bereich verlassen, wird sie auf ihre ursprüngliche Position zurückgelegt, vorausgesetzt das Cochonnet war markiert. War es das nicht, erhalten beide Teams eine Gelbe Karte, und die Zielkugel wird so gut wie möglich dorthin gelegt, von wo sie ins Aus ging.
- Austausch eines Spielers
Wer im Ligawettbewerb einen Spieler austauschen möchte, muss den Wechsel in der laufenden Aufnahme für die nächste ankündigen. Der Austausch ist nur erlaubt, nachdem eine Aufnahme beendet ist, d.h. sobald die Punkteverteilung der Aufnahme zweifelsfrei feststeht. Der Austausch muss auch vor dem Beginn der nächsten Aufnahme stattfinden, bevor die Zielkugel geworfen wurde, unabhängig ihrer Gültigkeit.
- Jugendturniere ohne verbindliche Entfernungen
Im neuen Reglement des DPV sind die Distanzen für Jugendwettbewerbe nicht mehr explizit benannt. Obwohl die Jugend-Vertreter der Landesverbände für eine bundesweit einheitliche Festlegung sind, gibt es bei überregionalen Jugendwettbewerben keine verbindlichen Entfernungen fürs Auswerfen der Zielkugel.
Weitere Infos: Link zu weiteren DPV-Regeln
Fast 800 Petanque-Spieler haben bundesweit die Prüfung zum Boule-Sportabzeichen (BSA) bestanden, indem sie je 3 Lege- und Schießübungen erfolgreich absolvierten. Besonders aktiv waren die Vereine und Prüfer aus NRW.
Was das BSA den Prüflingen bietet
- Du kannst deine Spielstärke einordnen
- Du trainierst mit deinen Freunden, um die Prüfung zu bestehen
- Du brauchst zur Prüfung keine Lizenz eines Petanque-Vereines
- Dein BSA wird im Rahmen des Deutschen Sportabzeichens anerkannt
- Dein Petanque-Verein kann damit sein sportliches Angebot aufwerten
Die Erfolge aus 2022
Im Juli 2020 führte der Deutsche Petanque Verband (DPV) das Boule-Sportabzeichen (BSA) ein. Ende Januar 2023 konnte die Arbeitsgruppe Sportabzeichen (AG BSA) im DPV die Ergebnisse der ersten 3 Jahre präsentieren.
2022 bestanden 357 Spielende bundesweit die Prüfung zum BSA, davon erhielten 70 das Abzeichen in Gold, 145 in Silber und 142 in Bronze. Die Prüfungen fanden in 35 Vereinen und durch die AG BSA statt. Der jüngste Prüfling war 10 Jahre alt, der älteste 88, beide schafften das BSA in Bronze. Zu den erfolgreichen Spielern von 2022 gehörten auch 50 Wiederholer.
Die Vereine mit den meisten Prüfungen in 2022 waren
- BF Waiblingen (BaWü)
- PC de Cologne (NRW)
- BF Füssen (Bay)
Ingesamt waren 43 von insgesamt 129 Prüfern im Einsatz, mit 50 Prüfungen führte Regina Dreischer-Fingerle (NRW) die Liste der Prüfer an.
Die ersten drei Jahre
Seit Juli 2020 nahmen 49 Vereine und 129 Prüfer insgesamt 795 BSA-Prüfungen ab, darin enthalten sind 153 Abnahmen durch die AG BSA bei verschiedenen Veranstaltungen.
Die Petanque-Vereine mit den meisten Abnahmen des BSA von 2020 bis 2022 waren
- BC Buer (NRW, 50 Abnahmen)
- boule devant berlin (BER, 37)
- TC Vorster Wald (NRW, 32)
Bundesweit stammten die meisten Prüfer aus diesen Landesverbänden:
- BPV NRW: 40
- NPV Niedersachsen, einschl. Bremen: 24
- BBPV Baden-Württemberg: 22
Verliehen wurde das BSA von 2020 bis 2022
- 300x in Bronze
- 296x in Silber
- 199x in Gold
Die höchste Punktzahl erreichte Nationalspieler Matthias Laukart mit 101 von 126 Punkten am 18. September 2020 in Fürth.
Die meisten Boule Sportabzeichen wurden in diesen Bundesländern bzw. Landesverbänden abgelegt:
- Nordrhein-Westfalen: 365
- Baden-Württemberg: 98
- Niedersachsen: 93
Die Anforderungen des BSA werden vom Petanque-Leistungs-Abzeichen noch übertroffen. Es setzt je 4 bestandene Lege- und 4 Schießprüfungen in schwierigen Situationen voraus. Sobald der DPV die ersten Ergebnisse veröffentlicht, sind sie hier zu lesen.
Weitere Infos:
Neue Universal-Kugel von Boule Bleue
Boule Bleue aus Marseille hat eine neue Turnier-Kugel herausgebracht: Die „Super Carbone 125“. Der Name ähnelt der ebenfalls neuen „Superinox“ des Marktführers Obut, aber wichtig ist das nicht.
Laut Hersteller ist die Super Carbone 125 im Innenbereich hart und außen weich. Sie verspricht damit einen soliden Rebound-Effekt, schönen Geradeaus-Lauf und lange Haltbarkeit. Die Kugeln sind aus Karbonstahl und werden mit einer schwarzen Legierung zum Schutz der Oberfläche ausgeliefert, diese spielt sich aber mit der Zeit ab.
Die neue Karbon-Kugel von Boule Bleue ist mit Durchmessern von 71 mm bis 78 mm und 80 mm erhältlich. Beim Gewicht werden 650 g bis 800 g in Schritten von 5 g angeboten. Mit einer von Härte 125 kg/qmm hat sie die mittlere Härte einer Universalkugel für Leger und Mittelspieler.
Boule Bleue empfiehlt die neue Kugel jedoch dem Milieu oder Schießer. Unser Gefühl sagt uns aber, dass Schießer lieber bei einer Härte von 110 oder maximal 115 bleiben.
Wie gewohnt, sind die neuen Kugeln mit den mehr als 40 Mustern von Boule Bleue erhältlich. Das ist sehr praktisch, wenn man die eigenen Kugeln auf dem Platz schnell von anderen unterscheiden möchte. Fraglich bleibt, ob richtige Schießer darauf Wert legen. Die Vollblut-Schießer, die wir kennen, bevorzugen ungemusterte Kugeln. Aber für sie hat Boule Bleue traditionell die Riffelung „0“ im Angebot.
Die Super Carbone 125 lässt sich mit maximal 15 Zeichen gravieren. Die Lieferzeit beträgt anfangs noch bis 4 Wochen, der Preis beträgt 170 Euro.
Diese Infos haben wir von Bouli erhalten, dem Fachhänder aus dem badischen Ötisheim. Seit Ende 2022 ist Bouli der neue Generalimporteur von Boule Bleue in Deutschland. Zuvor hatte Jürgen Albers aus Darmstadt den Vertrieb inne. Ende 2022 ging „Joppo“ in den Ruhestand, und Bouli übernahm von ihm den Warenbestand sowie die Homepage „www.boule.de„.
Weitere Infos: www.bouli.de
Petanca auf Teneriffa

Wo spielt man Boule oder Petanque auf Teneriffa? Bei den Einheimischen heißt das Spiel Petanca. Wir haben uns im Süden der Insel etwas umgesehen.
Vulkane und Sandstrände in Gold bis Schwarz: Teneriffa ist die größte Insel der spanischen Kanaren. Da vor der Küste von Nordwest-Afrika gelegen, müssen deutsche Touristen hier die Uhr um eine Stunde zurückstellen.
Die meisten zieht es nach Los Cristianos und an die Playa de las Américas im Südwesten der Insel. Erster Eindruck: Die Böden um den schmalen Strand sind fast komplett versiegelt, freie Flächen fürs Boule-Spielen sind unmöglich zu finden.
Beim Hotel H10 Big Sur in Los Christianos fanden wir jedoch ein Boulodrome in erster Meereslinie (Foto oben). Dort spielt der „Los Hermanos Teneriffa Pétanque Club“ mit seinen Residenten aus Deutschland, England und Frankreich.
Als wir sahen, wie dort gespielt wird, schwand unser Interesse. Wir haben nicht einmal gefragt, ob wir gegen eine Platzgebühr mitspielen durften. Zu schockierend, was auf diesem schönen Boule-Platz inszeniert wurde: Kaum ein Spieler konnte seine Kugeln richtig greifen und werfen – die meisten Boules waren auch nur arg ramponierte Freizeitkugeln.
Das war also nix.

Zum Glück gab’s Alternativen an der Costa Enramada, etwa 7 km westlich von Los Christianos. Am Meer liegt ein Naturstrand mit schwarzem Lavasand und groben Steinen. In der Nähe des ehemaligen Fischerdorfes La Caleta fanden wir ein trockenes Flussbett, das in der Landkarte als „Barranco de Agua“ bezeichnet wird, der spanische Ausdruck für „Wasserschlucht“. Hier finden sich Stellen ohne Gestrüpp und Steine, wo wir ungestörte Tete-Spiele austragen konnten.

Gleich neben dem „Canyon“ liegt die Kirche „Ermita San Sebastian“ (hinten rechts), ein Anlaufpunkt für Aussteiger, die hier mit Alk und Dope ihre Zeit totschlagen. Zwischen der Kirche und der ehemaligen Einsiedelei „Ermita de la Encarnation“ liegt ein großer unbenutzter Platz, auf dem wir ordentlich spielen konnten.
Das Fazit: Den Süden von Teneriffa muss man mögen, sonst mag man ihn nicht. Zu viel Beton, Asphalt und Qualitäts-Tourismus. Abseits des Strandes gibt’s aber viele, viele öde Flächen zum Boule-Spielen. Nur schwierig, dort Mitspieler zu finden.
Kurz: Mallorca ist lustiger

Der Kugelmagnet ist ein Hilfsmittel, über das nur wenig geschrieben wird. Aber er spart Kräfte und schont den Rücken. Er besteht aus einem Magneten an einem Band und lässt sich um den Hals oder am Gürtel tragen.
In seinem Bestseller „100 Tipps, die dein Spiel verbessern“ verweist Bundestrainer Daniel Dias darauf, wie wichtig so ein Aufheber im Turnier werden kann. Wird über mehrere Runden gespielt, müssen sich die Spielenden mehrere hundert Mal bücken. Mit einem Aufheber erspart man sich diese Mühe. Kurz: Im Turnier bringt dir ein Kugelaufheber einen ganz kleinen Vorteil, aber immerhin.
Anders im Hobby- und Freizeit-Boule: Viele Spielende verzichten darauf, einen Aufheber zu verwenden. Bei ihnen stehen Spaß und Geselligkeit an erster Stelle, und wer ohne Aufheber spielt, muss sich ständig bücken. Das bringt oder erhält die Beweglichkeit, vor allem im Alter.
Sehr praktisch sind auch magnetische Zielkugeln, die sich mit einem Kugelmagneten aufheben lassen. Sie haben einen magnetischen Kern – und einige sogar die Zulassung fürs Turnier.
Aber: Nicht alle Boule-Kugeln lassen sich nicht mit einem Magneten aufheben. Dazu gehört eine sehr beliebte Freizeitkugel, die Obut Loisir Inox mit einem hohen Edelstahlanteil in der Gesamtmasse. Laut Hersteller sind sie gerade wegen des Edelstahls nicht magnetisch. Das gilt aber nur für diese speziellen Freizeitkugeln von Obut, die Inox-Turnierkugeln des Herstellers lassen sich mit einem Magneten problemlos aufheben.
Die gängigen Bauformen
Kugelmagneten sind in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich. Die gängigsten:
- Kugelaufheber mit Magnet an einem Band von ca. 90 cm. Einige haben einen Gürtelclip zur Befestigung an der Hose oder sie lassen sich um den Hals tragen
- Ein Teleskop-Aufheber besteht aus einem Magnet und einer ausziehbaren Metallstange bis 60 cm, einige haben einen Clip zur Befestigung an Hose oder Gürtel
- Kugelaufheber für nicht magnetische Boule-Kugeln. Sie bestehen aus zwei beweglichen Greifbügeln an einer Schnur. Man lässt den Aufheber von oben auf eine Boule-Kugel herab, bis sich die Greifbügel unter der Boule-Kugel schließen, dann kann man die Kugel aufheben.
