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Boule spielen Turniere

Dein erstes Boule-Turnier

Es liegt wohl in der Natur des Menschen, aus allem einen Wettkampf zu machen. Kein Wunder also: Auch beim Boule gibt es Turniere, in denen mehrere Mannschaften einen Sieger ausspielen.

Im Petanque findet man kleine Events wie die internen Vereinsturniere bis hin zur Mondial de Petanque in Marseille, mit über 4.000 Triplette-Mannschaften die größte Boule-Veranstaltung der Welt.

Ganz schön was los beim Finale des Hofgartenturniers in München

Der Ablauf ist meist ähnlich: Der Termin, Ort und Spielmodus werden veröffentlicht. Üblich sind Doublette-Turniere mit je zwei Spielern pro Team oder Triplette-Turniere mit je drei Spielern. Tete-Turniere mit einem Spieler sind eher selten und werden oft nur von Vereinen für die interne Rangliste ausgespielt.

Die Teams können sich verbindlich mit ihren Spielern anmelden (formee) oder werden am Spieltag auf dem Platz ausgelost (melee). Beim Supermelee wird sogar jede Runde erneut ausgelost, sodass jeder Teilnehmer mehrere Mitspieler erhält.

Turnier auf dem Boule-Platz von Kochel in Oberbayern

Für ganz kleine Turniere reicht ein A4-Blatt, um die Teilnehmer zu erfassen und die Begegnungen auszuwerten. Sind viele Teilnehmer am Start, geben die Veranstalter auch Startnummern aus und markieren ausreichend viele Spielbahnen.

Petanque-Turniere können für die Spieler kostenlos, aber auch mit einer Startgebühr stattfinden. Diese wird danach als Preisgeld ausgezahlt – entweder alles an den Gewinner oder auf die erfolgreichsten Teams verteilt.

Bevor es losgeht, werden die Partien und Spielbahnen ausgelost. Beispiel: „Team 4 spielt gegen Team 6 auf Bahn C“. Die Vorrunde besteht aus mehreren Partien. Wer mehr als ein Spiel gewinnt, kommt weiter. Wer aber mehr als ein Spiel verliert, fliegt raus.

Schlechtes Wetter, schwieriges Gelände. Boule-Turnier der Bezirksliga Südbayern

Sobald das Feld auf 16 oder 8 Mannschaften reduziert ist, geht’s im KO-Modus bis zum Finale. Das findet oft auf einem besonders markierten Feld statt, dem „Carré d’Honneurs“. Das Turnier endet mit der Siegerehrung und der Auszahlung der Preisgelder.

Eine Besonderheit vieler Petanque-Turniere ist der „Poule A/B“-Modus. Er beginnt mit einer Vorrunde (Poule). Danach spielen alle Sieger  im A-Turnier weiter, ins B-Turnier kommen die Verlierer, ähnlich wie die Spiele um den 3. Platz im Fußball.

Oft liest man in einer Ausschreibung auch den Begriff „Schweizer System“. Dabei wird aus den eigenen Punkten und den Punkten der Gegner eine Rangliste gebildet, deren Nr. 1 auch der Sieger des Turniers ist.

Ein typisches Boule-Turnier könnte so ablaufen:

  • Anmeldung, Einschreibung, Zahlung der Startgebühr
  • Auslosung der Partien und Spielbahnen
  • Begrüßung durch die Turnierleitung, Bekanntgabe der Begegnungen
  • Start der Vorrunde
  • Ermittlung und Auslosung der Finalteilnehmer
  • Start der Finalrunden
  • Finale im Carré d’Honneurs
  • Siegerehrung und Verteilung der Preisgelder

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Boule spielen

In Kürze: Von Turnieren, Regeln und eine Stilfrage

Ein Tipp fürAnfänger: Mit kleineren Boule-Turnieren beginnen
  • Dein erstes Turnier. Diese Formen und diese Abläufe solltest du kennen
  • Wenn Boule-Kugeln rosten: Die einen fürchten den Rost, andere sind stolz drauf
  • Deine Pflichten als Zuschauer. Stehen sie auch in den offiziellen Petanque-Regeln?
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Boule spielen Deutscher Petanque-Verband München

Schwierig war noch nie so einfach

Prüfung zum Boule-Sportabzeichen im Hofgarten in München.

Wie kommt das neue Boule-Sportabzeichen bei den Spielern und Vereinen an? Wir waren bei einem Prüfungstermin in München vor Ort. Dabei kam eine Besonderheit vor allem den Einsteigern entgegen.

Um den Breitensport zu beleben, führte der Deutsche Pétanque Verband (DPV) im Herbst 2020 das Boule-Sportabzeichen (BSA) ein. Zurzeit liegt es an den Boule-Vereinen, eigene Mitglieder als Prüfer schulen zu lassen und die Prüfungen zum BSA auf einem geeigneten Gelände auszurichten.

Wir waren in München, wo die 1. MKWU (1. Münchner Kugelwurfunion, rund 165 Mitglieder) im Hofgarten die ersten Prüfungen zum BSA abhielt. Die Termine waren mehrere Wochen vorher im Internet veröffentlicht worden, die Anmeldungen versprachen eine rege Beteiligung.

Die Prüfungsbahnen müssen auf den cm stimmen. Christian Tanneur (r.) und Uli Moritz messen sehr präzise

Eine halbe Stunde vor dem offiziellen Beginn treffen die beiden Prüfer Christian Tanneur und Uli Moritz ihre Vorbereitungen. Mit dem Maßband markieren sie die Bahnen zum Legen und Schießen. Es ist ein sonniger Tag im Herbst, der Hofgarten füllt sich heute bestimmt wieder mit Boule-Spielern aller Leistungsklassen.

Auch die ersten Kandidaten erscheinen pünktlich, die Prüfung kann beginnen. Zum Bestehen sind je drei Lege- und Schießprüfungen zu absolvieren. Zuvor aber sind die Startkarten auszufüllen, mit denen die Prüfung dokumentiert werden soll. Insgesamt kann ein Spieler 126 Punkte erzielen, die für Bronze (45), Silber (60) oder Gold (75) ausreichen.

Und jetzt geht’s los. Mit einem Klemmbrett ausgestattet, überwachen Christian das Legen und Uli das Schießen. Den Spielern werden mehrere Übungswürfe erlaubt, bevor es ernst wird. Der Umgangston ist freundlich, es gibt viele aufmunternde Worte. Die Prüfer sind bemüht, den Spielern das Lampenfieber oder die Nervosität zu nehmen.

Auf der Jagd nach diesen Abzeichen: Die Prüfungen im Hofgarten in München verliefen sehr erfolgreich. Foto (1): DPV

Die Spieler haben sechs Kugeln für je drei Aufgaben in beiden Disziplinen. Auf dem Klemmbrett notieren Christian und Uli alle Punkte der einzelnen Würfe und teilen sie den Spielern mit. Dann werden die Bahnen gewechselt. Bald sind die beiden Durchgänge geschafft, die Spieler und Prüfer wirken erleichtert.

Und jetzt die Besonderheit: Wer mit seiner Prüfung oder Teilen davon nicht zufrieden ist, darf sie am gleichen Tag wiederholen. Das liegt offenbar in der Absicht des DPV, damit auch Einsteiger das BSA in Bronze erfolgreich ablegen können.

Die Urkunden und Abzeichen für die bestandene Prüfung werden jedoch nicht auf dem Platz ausgegeben, sondern erst von der Arbeitsgruppe BSA des DPV ausgestellt und verschickt.

Das Fazit: An diesem Tag in München sind 13 Teilnehmer angetreten, zwei davon schaffen das BSA in Gold, sieben in Silber und vier das Bronze-Abzeichen. Eine solide Bilanz, man darf auf die nächsten Prüfungen zum BSA schon gespannt sein.

Weitere Infos: www.mkwu.de

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Fit mit Boule

Ein Spiel mit Menschen, nicht digital

Das Boule-Spiel ist ein ganz wundervoller Weg zur Fitness. Vor allem im mittleren Alter entdecken viele Menschen den französischen Nationalsport. Seine Vorzüge:

  • Als Präzisionssport setzt Boule keine körperliche Kraft voraus
  • Die Konzentration auf eine Zielkugel oder den Wurf ist ein wertvolles Mental-Training
  • Die Spieler bewegen sich regelmäßig an der frischen Luft
  • Man hat Kontakt zu Menschen statt bunte Bildpunkte auf einem Display
  • Boule lässt sich bis ins hohe Alter spielen
  • Die Boule-Regeln sind einfach und schnell zu lernen
  • Anfänger haben sofort Erfolgserlebnisse

Wichtig: Vor dem Spiel solltest du dich aufwärmen, bei allen anderen Sportarten eine Selbstverständlichkeit. Und so bereitest du dich auf die Boule-typischen Bewegungen vor:

  • Rumpfkreisen in beide Richtungen
  • Armkreisen in beide Richtungen
  • Dehnen der Muskulatur in Arm, Schulter und Rücken
  • Lockere Würfe ohne Zielkugel
  • Lockere Würfe auf eine längere Distanz

Kurz: Da gibt es nur eines –  du packst deine Boule-Tasche, verabredest dich mit Freunden und dann ab zum Boule-Platz.

Weitere Infos über Boule-Kugeln und Zubehör

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Viel schneller geht’s nicht

Boule-Turniere müssen nicht mit 13 Punkten enden. Rapid Boule geht viel, viel schneller. (Symbolfoto/Archiv)

Hier eine Variante unseres Spieles, wenn’s einmal schnell gehen soll: Rapid Boule ist ein Wettbewerb mit sehr wenigen Aufnahmen.

Und das geht so: Die Teams werden in mehrere Gruppen aufgeteilt, und in diesen Gruppen spielt zunächst jeder gegen jeden.

Aber nicht über die volle Distanz, bis ein Team 13 Punkte erreicht. Beim Rapid Boule werden nur drei Aufnahmen gespielt, dann ist die Partie zu Ende.

Nach mehreren Aufnahmen pro Team wird eine Rangliste erstellt. Die ersten Teams der Liste spielen die Finalrunde A, die folgenden die Finalrunde B.

Kurz: Rapid Boule führt mit wenigen und kurzen Pausen zu schnellen Ergebnissen. Von
den Spielern ist eine eigene Strategie zu entwickeln, um möglichst wenig Punkte abzugeben, eine Führung abzusichern oder den Gegner ins Risiko zu zwingen.

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Boule spielen

In Kürze hier zu lesen

Mehrere Stories sind gerade in Vorbereitung, darunter diese:

  •  Deine Pflichten als Zuschauer bei einem Boule-Turnier
  • Hier lauern Überraschungen: Welcher Spieler die Partie beginnen sollte
  • Was der Deutsche Petanque-Verband im Breitensport plant
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Boule spielen

Öffnen Sie die Tasche. Jetzt!

Wenn man will, kann man in einer Boule-Tasche jede Menge Zubehör unterbringen

Puristen kommen nur mit einer Kugeltasche zum Boule-Platz, andere haben einen Rucksack für Kugeln und Zubehör. Doch was sollte man unbedingt dabei haben?

Bei deiner Boule-Tasche hast du die große Auswahl: Speziell für Boule und Petanque entwickelt oder universell nutzbar, zum Tragen in der Hand oder auf den Rücken. Aber egal, hier ist das wichtigste Zubehör, das reinkommen sollte.

  • Das Cochonnet

Auf dem Boule-Platz verliert man keinen Gegenstand so schnell wie die Zielkugel. Grund genug, mehrere davon in Reserve zu haben.

Viele Farben, viel Abwechslung: Das Cochonnet ist die Zielkugel beim Boule und Petanque

Ein zum Turnier zugelassenes „Cochonnet“ muss einen Durchmesser von 30 mm haben und darf nicht mehr als 18 Gramm wiegen. Eine derartige „Sau“ darf aus Holz, vorzugsweise Buchsbaum, oder aus Kunststoff sein.

In der dunklen Jahreszeit sind neonbunte Zielkugeln sehr beliebt, die auch aus der Entfernung gut zu erkennen sind. Für ganz bequeme Spieler gibt es auch Zielkugeln, die sich mit einem Magnet aufheben lassen. Allerdings sind diese Modelle nicht zum Turnier zugelassen.

  • Messen ist wichtig

Für den Zweifelsfall, welche Kugel gerade den „Punkt“ hat, sollte jeder Spieler ein Messgerät dabei haben. Es kann sich um einen Zollstock handeln, ein Bandmaß, eine Tirette oder einen Zirkel.

Am praktischsten sind Maßbänder aus Metall oder Kunststoff, sie sollten 2 m oder 3 m lang sein. Um größere Entfernungen zu messen, z.B. die Einhaltung des maximalen Abstandes von 10 m, nimmst du ein Rollmaßband mit einer Handkurbel zum Einrollen.

Die Tirette hat eine bewegliche Messzunge, um beim Boule auch kleine Unterschiede zu messen

Für kurze Entfernungen verfügt eine Tirette aus Holz oder Aluminium über eine bewegliche Messzunge, die an die fraglichen Kugeln angelegt wird. Oder du nimmst einen Zirkel, erhältlich in jedem Baumarkt. Speziell für Innenmessungen wurde das Talmeter entwickelt, dessen Messband in zwei Richtungen aus dem Gehäuse gezogen werden kann.

  • Allerlei Kleinkram

Bevor eine Aufnahme beginnt, wird ein Kreis auf dem Boden markiert oder ein fester Wurfkreis hingelegt. Ein Wurfkreis empfiehlt sich für Gelände, wo die Schuhe beim Ziehen eines Kreises in Mitleidenschaft geraten. Der Wurfkreis darf starr oder faltbar sein, damit er gut in eine Boule-Tasche oder den Rucksack passt.

Sehr praktisch, aber nicht vorgeschrieben ist ein Kugelmagnet an einer Schnur. Damit kann man Boule-Kugeln ohne Bücken aufheben. Wenn eine Partie über mehrere Stunden geht, für viele eine willkommene Erleichterung.

Alt und neu: Beim Boule sind Punktezahlen aus Leder und Kunststoff gebräuchlich

Als Gedächtnisstütze dient ein Punktezähler. Mit zwei Einstellrädern lässt sich der aktuelle Punktstand beider Mannschaften einstellen. Erhältlich sind diese Zähler aus Metall oder als Schlüsselanhänger aus Leder.

Recht oft sieht man auch Spieler, die mit einem langen, spitzen Gegenstand aus Holz oder Metall den Wurfkreis ziehen, z.B. ein sehr langer Nagel. Sehr sinnvoll, denn bei langen Partien lassen sich damit die Schuhe schonen, mit denen der Wurfkreis normalerweise gezogen wird.

Es schadet auch nicht, in der Boule-Tasche ein Kellnermesser zu haben. Der Schraubverschluss löst zwar den herkömmlichen Korken einer Weinflasche ab, das Kellnerbesteck hat aber auch einen Flaschenöffner.

  • Den braucht jeder

Ein Lappen oder Boule-Tuch für alles Mögliche sollte in keiner Boule-Tasche fehlen. Immerhin verlangen die offiziellen Petanque-Regeln in „Artikel 16 – Das Werfen der Kugeln“ ganz eindeutig: „Bevor ein Spieler spielt, muss er seine Kugel von allen ihr anhaftenden Fremdkörpern und Schmutzspuren reinigen.“

Ohne einen Lappen sollte man nicht zum Boule-Platz gehen

Und genau dafür ist der Lappen da, aber auch für ungezählte Dinge mehr: Wenn im Hochsommer die Handflächen schwitzen, wenn man im Winter eiskalte Kugeln halten muss, man verschüttet ein Getränk oder man möchte sich irgendwo hinsetzen. Voila!

Nur zwei Dinge solltest du beachten:

  • Verleihe niemals deinen Boule-Lappen!
  • Bitte niemals einen anderen Spieler, seinen Lappen benutzen zu dürfen.

Weitere Infos: www.Decathlon.de

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Boule spielen

Was Anfänger wissen sollten

Du bist neu in der packenden Welt des Boule und Petanque? Du hast eigene Kugeln, einen Platz und Bekannte, mit denen du spielen kannst. Diese 3 Tipps sollten dir helfen.

  • Welche Kugel soll es sein?

Die optimale Boule-Kugel zu finden, braucht etwas Zeit. Du musst herausfinden, ob dir das Schießen oder Legen mehr liegt oder ob du mit viel oder eher weniger Kraft spielst. Davon hängen die Eigenschaften deiner Traumkugel ab.

Bei den Boule-Kugeln hast du die große Auswahl

Wenn du dir nicht sicher bist, welche die richtige Kugel ist, solltest du an ein französisches Sprichwort denken: „Arm gerade, Kugel egal. Arm nicht gerade, Kugel egal.“

Das bestätigt auch mein Vereinskamerad Tony aus Thailand. Als sparsamer Mensch braucht auch er keine kostspieligen Turnierkugeln. Auf die Frage, wieso er so fantastisch legt und schießt, kam die simple Antwort: „Gerade und Gefühl“.

  • Vor die Zielkugel legen

So, aber jetzt stehst du auf dem Platz, und es geht los. Dann solltest du dir auch dieses Sprichwort einprägen: „Boule devant, boule d’argent.“ Also: Eine Kugel vor der Sau ist Gold wert. Das bedeutet für dich, lieber zu kurz legen als zu lang.

Vor die Zielkugel zu legen ist meist die bessere Alternative

Eine Kugel vor der Sau kann angeschoben werden und dadurch einen Punkt liefern, sie liegt der anderen Mannschaft im Weg, und der gegnerische Schießer will sie nicht wegballern.

Natürlich kann auch eine Kugel hinter der Sau nützlich sein, z.B. wenn die Zielkugel bewegt wird. Es überwiegen aber die Fälle, in denen eine Kugel am besten vor der Zielkugel am meisten hilft.

  • Auf Höhe der Zielkugel stehen

Und noch eine Regel ist extrem wichtig: Stehe immer auf Höhe der Sau! Dies bestätigen auch die Videos von Turnieren mit Top-Spielern, denn die halten sich die meiste Zeit vorne auf.

Der Grund ist simpel: Vom Wurfkreis sieht das Bild der geworfenen Kugeln ganz anders aus als vorn. An der Tagesordnung sind perspektivische Täuschungen, dass die beste Kugel von hinten nicht zwangsläufig als die Punktkugel erkannt wird.

Die Folge: Wenn vom Kreis aus wieder einmal gefragt wird: „Wer hat den Punkt?“, dann weißt du, dass du auf Höhe der Sau besser informiert bist. Also immer ab nach vorne!

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Was spielt ihr da?

Drei Schritte Anlauf sind beim Jeu Provencale vorgeschrieben, einem Vorläufer des heutigen Petanque

Boule, Boccia, Petanque, Bowls: Bei den gängigen Kugelspielen versuchen zwei Mannschaften, ihre Kugeln so nahe wie möglich an eine Zielkugel zu werfen. Die wichtigsten Unterschiede:

    • Beim französischen Boule Lyonaise haben die Teams einen bis vier Spieler. Das Feld misst 3 x 27,5 m und ist mit Banden und Linien unterteilt. Das Spiel wird bis 13 Punkte oder über einen Zeitraum von 1,5 oder 2 Stunden ausgetragen.
    • Das Jeu Provencal wird mit drei Schritten Anlauf gespielt. Das Feld misst 18 x 24 m. Der Spieler muss vor seinem Wurf ansagen, ob er schießen oder legen möchte.
Petanque ist nicht das einzige Kugelspiel. Es gibt auch noch das Jeu Provencal, Boccia, Bowls, Platteln und Boßeln
  • Im südfranzösischen La Ciotat schaffte der Boulespieler Jules Le Noir Anfang des 20. Jahrhunders nicht mehr die Anlaufschritte des Jeu Provençal. Ein Freund erfand für ihn ein Spiel mit weniger Entfernung und ohne Anlauf. Er nannte es auf Provencalisch „ped tanco“, das bedeutet „Geschlossene Füße“ – und voila, der Siegeszug des Petanque begann. 
  • Aus Italien stammt Boccia, das auf eingefassten Bahnen gespielt wird. Die Bahn sollte 26,50 m × 4,50 m groß sein, die Kugeln haben einen Durchmesser von 107 mm und ein Gewicht von 920 g, sind also viel größer und schwerer als beim Petanque. Der Volo ist ein Wurf, der dem Legen beim Petanque entspricht. Vor dem Schießen oder Raffa muss ein Spieler ansagen, welche Kugel er treffen möchte.
  • Beim englischen Bowls werden Kugeln aus Kunststoff auf eine Zielkugel (Jack oder Kitty) gespielt. Das Feld sollte zwischen 31 m und 40 m lang und von einer Rinne umfasst sein. Je nach Anzahl der Spieler hat jeder zwei bis vier Kugeln, die von einer Matte aus geworfen werden.
  • Im Alpenraum haben sich lokale Plattenwurfspiele (Platteln) gehalten, in Österreich auch mit Vereinen und Landesverbänden. Eine der vielen Varianten erlaubt Wurfplatten mit Stollen und Zacken, die auf Bahnen mit 18 m auf einen Holzwürfel geworfen werden.
  • Beim norddeutschen Boßeln wird eine Kugel über freie Flächen, Straßen oder befestigte Wege gespielt. Regeln und Wurftechnik sind regional verschieden, es gibt Punktspiele und Meisterschaften.
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Mit Pétanque zum Sportabzeichen

Der Deutsche Petanque-Verband (DPV) bringt ein neues Boule-Sportabzeichen (BSA) heraus. Es soll nicht so schwierig wie die Boule-Prüfung für das Deutsche Sportabzeichen werden.

Für das BSA müssen die Spieler je 3 Prüfungen im Legen und Schießen absolvieren. Für die Lege- und Schießübungen hat der Spieler je 6 Versuche. Beim Legen gibt es einen Zielsektor und einen Zielkreis, in der dritten auch drei Hinderniskugeln, die nicht getroffen werden dürfen. Beim Schießen sind die Treffkugeln in unterschiedlichen Varianten aus einem Kreis zu schießen.

In den Prüfungen sind insgesamt 45 Punkte für Bronze, 60 Punkte für Silber und 75 Punkte für Gold zu schaffen. Für Kinder und Jugendliche werden die Distanzen verringert. Das Abzeichen in Bronze ist so schwierig, dass es auch Hobbyspieler und Neulinge mit etwas Training bestehen, so die Aussage des DPV. Der Abschluss in Silber oder Gold setzt hingegen auch bei Lizenzspielern etwas Vorbereitung voraus.

Wenn die Ergebnisse in eine Prüfkarte eintragen sind, reicht der Veranstalter diese bei der „Arbeitsgruppe BSA“ ein. Die Absolventen erhalten damit eine Urkunde und ihr Boule-Sportabzeichen. Der Gedanke dahinter: Die Spieler sollen animiert werden, gezielt zu trainieren, am besten in der Gruppe, und sich durch die Lernerfolge gegenseitig aufbauen.

Das neue offizielle „Boule-Sportabzeichen des DPV“ (BSA) wurde 2020 bereits durch den DOSB (Deutscher Olympischer Sportbund) zertifiziert. Aber es steckt noch in den Kinderschuhen. Was noch fehlt, sind Vereine als Ausrichter, die einen geeigneten Boule-Platz und ausgebildete Prüfer haben müssen. Wie und von wem das neue Abzeichen eingeführt wird, lest ihr hier in Kürze.

Weitere Infos: https://bouleabc.de

www.deutscher-petanque-verband.de

 

Foto (1): Deutscher Petanque-Verband