
Wo spielt man Boule oder Petanque auf Teneriffa? Bei den Einheimischen heißt das Spiel Petanca. Wir haben uns im Süden der Insel etwas umgesehen.
Vulkane und Sandstrände in Gold bis Schwarz: Teneriffa ist die größte Insel der spanischen Kanaren. Da vor der Küste von Nordwest-Afrika gelegen, müssen deutsche Touristen hier die Uhr um eine Stunde zurückstellen.
Die meisten zieht es nach Los Cristianos und an die Playa de las Américas im Südwesten der Insel. Erster Eindruck: Die Böden um den schmalen Strand sind fast komplett versiegelt, freie Flächen fürs Boule-Spielen sind unmöglich zu finden.
Beim Hotel H10 Big Sur in Los Christianos fanden wir jedoch ein Boulodrome in erster Meereslinie (Foto oben). Dort spielt der „Los Hermanos Teneriffa Pétanque Club“ mit seinen Residenten aus Deutschland, England und Frankreich.
Als wir sahen, wie dort gespielt wird, schwand unser Interesse. Wir haben nicht einmal gefragt, ob wir gegen eine Platzgebühr mitspielen durften. Zu schockierend, was auf diesem schönen Boule-Platz inszeniert wurde: Kaum ein Spieler konnte seine Kugeln richtig greifen und werfen – die meisten Boules waren auch nur arg ramponierte Freizeitkugeln.
Das war also nix.

Zum Glück gab’s Alternativen an der Costa Enramada, etwa 7 km westlich von Los Christianos. Am Meer liegt ein Naturstrand mit schwarzem Lavasand und groben Steinen. In der Nähe des ehemaligen Fischerdorfes La Caleta fanden wir ein trockenes Flussbett, das in der Landkarte als „Barranco de Agua“ bezeichnet wird, der spanische Ausdruck für „Wasserschlucht“. Hier finden sich Stellen ohne Gestrüpp und Steine, wo wir ungestörte Tete-Spiele austragen konnten.

Gleich neben dem „Canyon“ liegt die Kirche „Ermita San Sebastian“ (hinten rechts), ein Anlaufpunkt für Aussteiger, die hier mit Alk und Dope ihre Zeit totschlagen. Zwischen der Kirche und der ehemaligen Einsiedelei „Ermita de la Encarnation“ liegt ein großer unbenutzter Platz, auf dem wir ordentlich spielen konnten.
Das Fazit: Den Süden von Teneriffa muss man mögen, sonst mag man ihn nicht. Zu viel Beton, Asphalt und Qualitäts-Tourismus. Abseits des Strandes gibt’s aber viele, viele öde Flächen zum Boule-Spielen. Nur schwierig, dort Mitspieler zu finden.
Kurz: Mallorca ist lustiger







Boule-Kugeln hat man nie genug. Oder: Drei Kugeln reichen fürs Leben. Wer hat nun recht? Wir haben uns unter Boule-Spielern umgehört, wie sie es halten.
Hubsi, 28: „Ich bin Schießer, bei mir muss es knallen. Meine Kugeln halten nicht besonders lange, denen sieht man den Stress schon bald an. Pro Jahr gönne ich mir einen Satz ganz weiche Kugeln, am besten 110. Wenn die durch sind, kommen die nächsten. Dass ich die alten Kugeln verkaufe oder verschenke, lohnt sich nicht mehr.“
Katja, 56: „Ich kann mit Begriffen wie Stahlhärte oder Schießerkugel nichts anfangen. Ich spiele mit der Obut Match, der Evergreen aller Boule-Kugeln. Vielleicht kaufe ich neue Kugeln, wenn man die Gravuren der alten nicht mehr lesen kann. Aber das dauert bestimmt noch eine Weile.“
Wie man mit politisch korrekter Sprache ein Druckwerk verschlechtern kann, zeigt das offizielle Regelheft des Deutschen Petanque Verbandes (DPV), im Foto links. Es gilt seit Februar 2021 und ersetzt den Vorgänger von 2017.
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